eine Sammlung unserer Aktivitäten, lesenswerter Korrespondenzen und Beiträge

 

Riesige Schäden durch den Kormoran, auch finanzielle: Aufruf zu einer längst fälligen Wende an die Grünen Politiker Kretschmann, Öszdemir und Steffi Lemke

Einem unserer aktivsten Vereinsmitglieder war der Kragen geplatzt, wie er kund tat: Er schrieb den folgenden Brandbrief und übergab ihn jetzt unserem Verein zur Veröffentlichung.

 

An die
Bundesumweltministerin
Frau Steffi Lemke
Platz der Republik 1

11011 Berlin

 

Herrn Ministerpräsident
Winfried Kretschmann
Staatsministerium Baden-Württemberg
Richard-Wagner-Straße 15

70184 Stuttgart

 

Herrn Minister
Cem Özdemir
Platz der Republik 1

11011 Berlin

 

Dringende Bitte: Kurskorrektur zu dem Kormoran-Skandal

Sehr geehrte Frau Ministerin Lemke,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,
Sehr geehrter Herr Minister Özdemir,

erlauben Sie mir, Sie als Politiker der Partei der Grünen mit Regierungsverantwortung zu dem Betreff anzuschreiben, im festen Glauben, dass Sie Sachargumenten gegenüber aufgeschlossen sind, realistisch denken und verantwortungsbewusst handeln, auch wenn es nicht populär ist. Bei all den wirklichen Problemen unserer Republik mag es kein günstiger Zeitpunkt sein, den Kormoran genau jetzt auf die Agenda zu setzen. Es geht aber unbestreitbar auch um bedeutende finanzielle Effekte, die ein weiteres Zuwarten m.E. nicht zulassen. Bereits im März 2016, gleich nach Ihrem Wahlerfolg, hatte ich Sie, Herr Kretschmann, wegen offensichtlicher schwerwiegender Fehlentwicklungen im praktischen Natur- und Artenschutz angeschrieben und Sie gebeten, sich persönlich insbesondere in Ihrer Partei für eine Kurskorrektur einzubringen, auf die ideologischen Ursachen mit unverantwortlichen Folgen hingewiesen.

Schon seinerzeit hatte ich die sehr bedeutenden und mannigfaltigen Schäden durch den Fraßdruck der Kormorane (Pharacrocorax carbo sinensis) hervorgehoben. Inzwischen ist die ganze Dimension der Kormoranproblematik, nein eines wahrhaftigen Kormoran-Skandals, immer klarer erkennbar und unbestreitbar. All das hat auch erhebliche ökonomische, finanzielle Folgen, die unsere Volkswirtschaft heute, völlig unnötig, belasten.

Lesen Sie die Liste von gewichtigen betroffenen Bereichen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

– Artenschutz und Berufsfischerei am Bodensee und im Bodensee-Raum, durch eine aktuelle Studie klar belegt – samt Handlungsempfehlungen.

– Das Fehlen autochthoner Fischarten, die als Weidegänger Algen fressen oder den Gewässergrund umsetzen, mit der Folge, dass trotz aller Anstrengungen und finanzieller Aufwände der letztlich lebenswichtige ökologisch gute Zustand der Gewässer landauf, landab nicht erreicht wird, die Ziele der EU Wasserrahmenrichtlinien nicht erfüllt werden. Lesen Sie, was die WissenschaftlerInnen an der Nister in Rheinland Pfalz hierzu berichten und, dass man von zweistelligen Milliardenschäden ausgeht, deutschlandweit gerechnet!

– Artenschutz und Biodiversität in fast allen natürlichen Gewässern, nicht nur in den Fließgewässern, werden regelrecht ad absurdum geführt, damit werden direkt wirklich grundlegende Ziele grüner Politik geopfert.

– Die so wertvollen und geschätzten Wiedereinbürgerungsprogramme wie etwa zum Rheinlachs kommen nicht voran, müssten eigentlich aufgegeben werden; ebenso die Stützung des Aals.

– Mit großer Wahrscheinlichkeit die Entwicklung der katastrophalen Situation der Fischfauna im Rhein (invasive Schwarzmeergrundeln etc.) – durch den Verlust autochthoner Raubfischarten seinerzeit. Autoren der Universität Köln sprechen 2016 von einem 90%-Verlust an Fischbiomasse über drei Dekaden. Natürlich erwähnen diese dabei mit keinem Wort den Kormoran. Ein genauer Beobachter der Situation seit langen Jahren ist hingegen nicht der erste, der die Höhe der Fraßeffekte am Rhein mit dem Sandoz-Unfall in Relation setzt (quantitativ, in Tonnen an vernichteten Fischen gerechnet), aber feststellt, dass das jetzt eine Dauerkatastrophe sei, Sandoz hingegen zeitlich begrenzt schädigte.

– Eine völlig gestörte Fischfauna der Ostsee, so dass Berufsfischer Brotfischarten wie Dorsch und Hering nur noch als Beifang entnehmen dürfen. Nun soll dies aktuell für 800.000 EUR über vier Jahre wissenschaftlich untersucht werden: Erst jetzt! Wieder Zeitverlust und verschwendete Gelder, dabei in diesen vier Jahren immer noch kein wirksamer Fischschutz, zielführende zumindest lokale Gegenmaßnahmen über 365Tage/a, um wenigstens Trittsteine zu schaffen, sofort!

Für all das ist der Fraßdruck der Kormorane mit hoher Signifikanz der entscheidende Faktor, das ist ganz offensichtlich, völlig plausibel, schon über die zeitliche Korrelation Kormoran-Anwesenheit ./. Fischmassenverlust zig-fach belegt. Es muss sofort (!) Schluss sein mit dem systematischen, offensichtlich ideologisch motivierten Leugnen, Verstecken, Kleinreden und dem Verhindern zielgerichteter Beweisführungen. Neulich las ich von „von Umweltlobbyisten verseuchter Ministerien“ und bin der festen Überzeugung, dass hier die wahre Ursache dieses Skandals zu finden ist, in enger Verflechtung mit NGOs. Herr Kretschmann, in Ihrem Hause wirke so etwa der Staatssekretär Dr. André Baumann, sagte man mir kürzlich.

Die Gesetzeslage und der Schutzstatus, auf allen Ebenen, von EU angefangen, sind „Erfolge“ dieser Lobbyarbeit und in keiner Weise Argumente, immer noch zuzuwarten und die Schäden hinzunehmen, weiter auf Zeit zu spielen, im Gegenteil: Diese Normen müssen der Realität angepasst werden, umgehend, das völlig unnötige „Überschützen“ des Kormorans muss beendet werden. Alles, was heute schon zur Minderung der Kormoran-Prädation zulässig ist, muss auch sofort getan werden, etwa Trittsteine über lokale Referenzbereiche mit 365Tage/a-Schutz, wie auch immer, auch wenn es viel Geld kostet: Es ist eine sehr gute Investition. Untersuchungen gibt es im Überfluss, es muss gehandelt werden, zielführend, pragmatisch.

Sehr geehrte Frau Lemke, Sie haben aktuell zu der Wolfsproblematik einen Schritt in die richtige Richtung eingeleitet und breite Unterstützung erhalten. Die Diskussion um Canis Lupus ist populär, seine Schäden sind öffentlichkeitswirksam. Die Dimension aber, die der Kormoran verursacht, ist eine ganz andere, ökologisch und volkswirtschaftlich weit, weit bedeutendere! Mir geht es hier nicht um ein Anklagen, sondern ausschließlich um das sofortige Anerkennen und Abstellen dieser gewaltigen Schäden. Sie und Ihre KollegInnen haben eine immense Verantwortung sowohl für den Naturschutz als auch für unsere Wirtschaft und die öffentlichen Haushalte, mit den immer engeren finanziellen Möglichkeiten.

Lassen Sie sich nicht beschwichtigen, nicht platt belügen von den ideologisch und (nicht unwahrscheinlich, via Attraktivität für Spenden in großen Dimensionen) zudem ökonomisch denkender Heer von NGO-Vertretern. Ich bin kein Funktionsträger, kein Lobbyist, allerdings langjährig privat in der Sache engagiert, gemeinsam mit ein paar ebenfalls wachen, genau hinschauenden BürgerInnen, wirke bei contra-kormoran.de mit.

Warum muss ich als Privatperson, kein Funktionsträger, Sie mit diesem Brandbrief konfrontieren: Die „Fisch-Lobby“, wie Fischereiverbände und insbesondere auch die verbeamteten FischereibiologInnen, wagen das nicht; sie haben sich nämlich zum allergrößten Teil schon seit Langem dem Druck der Umweltlobbyisten hingegeben, sich arrangiert; dessen muss man sich bewusst sein. Ein trauriger Fall ist etwa, sarkastisch gesagt, der „Vogelschutz“ der IKSR (Internationale Kommission zum Schutz des Rheins) – ganz offensichtlich und unverantwortlich.

Man sollte auch glauben, dass bereits der Beamteneid, Schaden von unserem Land abzuwenden, schon für sich mein Schreiben völlig überflüssig mache, dass stets faktenorientiert und nicht ideologisch entschieden wird. So ist es aber definitiv nicht. Befreien Sie in Ihrem Verantwortungsbereich all diese Menschen von der Last, lassen Sie sie endlich wissenschaftlich-fundiert sauber und wirksam handeln, sofort! Werben Sie bei Ihren KollegInnen auf allen Ebenen dafür, in Sachen Kormoran genau so zu verfahren.

Sehr geehrte Frau Lemke, sehr geehrter Herr Kretschmann, sehr geehrter Herr Özdemir, beenden Sie diesen ökonomisch und ökologisch wirklich gravierenden Skandal, weiteres Wegschauen, Leugnen, Ablenkmanöver, Verweis auf andere Zuständigkeiten, auf die aktuelle wie beschrieben entstandene Gesetzeslage, etc. sind nicht mehr zu verantworten.

Nehmen Sie die Öffentlichkeit auf einem neuen realpolitischen Kurs mit, auch wenn das Aussprechen der Wahrheit über den Einfluss des Kormorans nach Jahrzehnten des systematischen Kaschierens alles andere als populär ist.

Nachfolgende Generationen werden es Ihnen danken.

Mit freundlichen Grüßen

 

Kormoranmanagement am Bodensee: Trotz schlagender amtlicher Begutachtung im Stuttgarter Landtag vertagt.

Im Februar 2023 erschien unser Beitrag zu einer aktuellen und überzeugenden Studie am und zum Bodensee. Wir hatten geschrieben:

„Diese aktuelle Studie (Sommer 2022) der Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg macht das ganze Ausmaß der Fraßschäden durch den chinesischen Kormoran deutlich. Sie zeichnet für die gesamte Region um den Bodensee – nicht nur für den See selbst – ein Schadbild, das den Aussagen unseres Verein zur Schwere und Dramatik an hiesigen Gewässern vollumfänglich entspricht! Es werden ganz konkret Sofortmaßnahmen für ein seeweites Kormoranmanagement vorgeschlagen.“

Lesen Sie noch einmal kurz die zitierten Passagen „Fazit“ und „erkannter Handlungsbedarf“ unseres Beitrags.

Wir hatten kommentiert:

„Schon alleine die Tatsache, dass damit auch in Baden-Württemberg, unter dem grünen Ministerpräsidenten Kretschmann, die schlimme Ist-Situation niedergeschrieben und publiziert werden durfte, ist bemerkenswert! Sowohl das Landwirtschaftsministerium (MLR) als auch das Landes-Umweltministerium (UM) hatten diese Studienarbeiten begleitet. Die von uns immer wieder angeprangerten ideologischen Seilschaften des »Naturschutzes« haben das dort in Baden-Württemberg nicht mehr verhindert – ein Grund zur Freude und verhaltener Zuversicht.“

Jetzt aber, erneut die große Enttäuschung:

Das Land Baden-Württemberg duldet bis auf weiteres kein Kormoranmanagement am Bodensee!

Einen entsprechenden Antrag, mit Bezug auf das Gutachten, die Vögel abzuschießen oder zu vertreiben, um so den Bestand der Bodenseefelchen zu schützen, lehnte der Landwirtschaftsausschuss des Landtags am 20. September ab! Laut Antragsteller Storz/SPD-Fraktion ist die Begründung des Ausschusses, man solle erst die Ergebnisse von Gesprächen zwischen Naturschützern und Fischern abwarten…

Insider sehen in diesem für Artenschutz und Berufsfischer auf dem Bodensee gleichermaßen dramatische Fehlentscheidung der Landespolitik erneut das Wirken „von Umweltverbandslobbyisten verseuchter Ministerien“ (eine Formulierung aus dem Editorial der Wild und Hund 6/2023). Konkret vermuten diese Insider, der grüne Staatssekretär Dr. André Baumann, mit NABU-DNA und -Herkunft habe mit seinem Netzwerk erneut seine Ideologie über Verantwortung für die Natur und zugleich über seinen Beamteneid, Schaden von der Bundesrepublik Deutschland abzuwenden, gestellt – und Kretschmann stoppte ihn immer noch nicht.

Wann hört dieses ideologische, unverantwortliche und folgenschwere Taktieren endlich auf?

Übrigens: Neben dem Kormoran wird am Bodensee die explodierende Population der Kleinfischart Stichling, die den Bodenseefelchen die Nahrung weg fräßen, thematisiert: Man stößt aber seit etwa zwei Dekaden immer wieder und vielerorts auf explodierende Kleinfischpopulationen. So ist ja der Rhein bekanntermaßen voll von Schwarzmeergrundeln etc., also auch noch gebietsfremde und invasive Arten. Dem naheliegenden Gedanken, dass die sich alle erst in dem durch Kormorane entstandene Vakuum an Fischarten seit der 90er-Jahre entfalten konnten, geht niemand ernsthaft nach. Wir hatten das seinerzeit Prof. Arndt von der Ökologischen Rheinstation der Universität zu Köln gefragt und, natürlich, nur ausweichende Antworten erhalten…

 

 

Eine Sammlung aktueller Pressemeldungen oder Links

In diesem Beitrag ist die Sammlung einiger aktueller Pressemeldungen oder Links zu finden, jeweils versehen mit einem erläuternden Satz aus unserer Redaktion.

Unser Ziel muss sein, jedermann an den unvermindert andauernden Kormoranskandal zu erinnern.

Der Bodensee – trotz eindeutiger Studienlage – auch im Jahr 2023 weiterhin Untätigkeit, Spielen auf Zeit und immer wieder Verschleiern des dramatischen Fraßdruck:

Die Kausalitäten waren durch die umfassende Studie  im letzten Jahr glasklar belegt worden, auch waren Handlungsempfehlungen ausgesprochen worden mit dem Vermerk EILT.

Am 19. und 20. Juli 2023 debattierte der Landtag Baden-Württembergs darüber:  „Der Bestand der Kormorane muss reguliert werden“, sagt Landwirtschaftsminister Peter Hauk und, „er müsse auch in Vogelschutzgebieten bejagt werden“. Neben dem enormen Artenschutzproblem sind die Berufsfischer mit dem Felchen-Rückgang bekanntlich massivst betroffen. Für die SPD fasste der Abgeordneten Hans-Peter Storz  nach: „Obwohl eine wissenschaftliche Vorstudie ein international abgestimmtes Kormoranmanagement am Bodensee empfohlen hatte, zögerte die Landesregierung und hatte zunächst einen Dialogprozess „Kormoran und Fisch“ gestartet“. Dieser solle einen Konsens aller betroffenen Gruppen erarbeiten.

Bei solchen Worten wenden sich unsere Vereinsmitglieder angesichts der Schwere der Schäden i.d.Regel traurig, teils auch angewidert, ab…

Es wird wohl dabei bleiben, dass Ministerpräsident Kretschmann auf seinen Staatssekretär mit NABU-Wurzeln Dr. André Baumann hört, zig Experten-Aussagen einfach ignoriert und so weiterhin Artenschutz und Fischer opfert.

Hier einige kurze Pressemitteilungen dazu und, in demselben Kontext, zum Fangverbot von Felchen:

https://www.staatsanzeiger.de/debatten-im-landtag/hauk-kormoran-muss-auch-in-vogelschutzgebieten-bejagt-werden/

https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article246001628/Fischer-Statt-Felchen-Fangverbot-lieber-Kormorane-jagen.html

https://www.blinker.de/angelmethoden/angeln-allgemein/news/kormoran-am-bodensee-macht-fischern-das-leben-schwer/

https://www.blinker.de/angelmethoden/angeln-allgemein/news/ab-2024-fangverbot-fuer-felchen-im-bodensee/

Andererseits, sehr, sehr enttäuschend, in einem Betrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) kein Wort über den Kormoran:  Zahl der Fische sinkt stetig :  Kann ein Fangverbot den Felchenbestand im Bodensee retten?

 Ist das vorsätzliches Verschweigen oder doch nur ungenügende Recherche – bei dieser renommierten Zeitung?

 


Zur Fischfauna der Ostsee:

Auch zu dem Drama der Ostsee sehen wir unverändert Spielen auf Zeit statt endlich ein entschlossenes Gegensteuern!

Der Spiegel: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/dorschmangel-in-der-ostsee-fressen-kormorane-den-fischern-die-fische-weg-a-e01c3426-5b73-4173-9b31-7a64976a4848

Der Stern: https://www.stern.de/gesellschaft/regional/hamburg-schleswig-holstein/fischerei–sind-kormorane-schuld-am-dorsch-mangel–studie-geplant-33525700.html

Ein sehr gut informierter Beobachter des K-Skandals schrieb uns dazu: „Noch eine Untersuchung… Wie viele noch?“

 


Auch interessant: Die Presse greift einmal, überraschend, den ziemlich wahrscheinlichen Kern allen Übels auf: Der chinesische Kormoran (Pharacrocorax carbo sinensis) wird zu den invasiven Neozoen gezählt!  Ein Tabubruch? Rückbesinnung auf Logik, Realität und Plausibilität? Das wäre erfreulich.

https://praxistipps.focus.de/invasive-arten-in-deutschland-diese-tiere-und-pflanzen-werden-zum-problem_160605

 

Studie zur Notwendigkeit eines Kormoranmanagements am Bodensee

Kormoranmanagement am Bodensee

Einfluss des Kormorans am Bodensee auf Fischbestände, Fischarten und fischereilichen Ertrag in Relation zu anderen Wirkfaktoren als Grundlage für eine ergebnisoffene Beurteilung der Notwendigkeit eines Kormoranmanagements

Diese aktuelle Studie (Sommer 2022) der Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg macht das ganze Ausmaß der Fraßschäden durch den chinesischen Kormoran deutlich. Sie zeichnet für die gesamte Region um den Bodensee – nicht nur für den See selbst – ein Schadbild, das den Aussagen unseres Verein zur Schwere und Dramatik an hiesigen Gewässern vollumfänglich entspricht! Es werden ganz konkret Sofortmaßnahmen für ein seeweites Kormoranmanagement vorgeschlagen. Lesen Sie hier das gezogene Fazit

und den erkannten Handlungsbedarf

Schon alleine die Tatsache, dass damit auch in Baden-Württemberg, unter dem grünen Ministerpräsidenten Kretschmann, die schlimme Ist-Situation niedergeschrieben und publiziert werden durfte, ist bemerkenswert! Sowohl das Landwirtschaftsministerium (MLR) als auch das Landes-Umweltministerium (UM) hatten diese Studienarbeiten begleitet. Die von uns immer wieder angeprangerten ideologischen Seilschaften des »Naturschutzes« haben das dort in Baden-Württemberg nicht mehr verhindert – ein Grund zur Freude und verhaltener Zuversicht.

Sehr hilfreich ist auch das enthaltene umfassende, hoch aktuelle Literaturverzeichnis.

Es gibt, neben unseren Web-Seiten, nur wenige Schriftstücke, die den allesentscheidenden Aspekt des Herunterspielens und Leugnens der Fraßschäden durch den »Naturschutz« anspricht:

Diese Studie reißt an mehreren Stellen dieses nach unserer festen Überzeugung bestehende Kernproblem zumindest an: (a) Die Antwort des Bundesumweltministeriums*** auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag Drucksache 18/11360 im Jahr 2017 findet Erwähnung, u.a. mit der Bewertung (Seite 101): „Auch viele Medien erkannten diesen Widerspruch“ und (b): Zu einer Metastudie aus 2021 zur Wechselbeziehung zwischen Kormoranartigen und Fischen findet sich auf Seite 68: „Auch dieses paradoxe Ergebnis reiht sich in die bisherige Diskussion ein…“

 

Auch im Jahr 2022, diesmal an der Sülz: Die Mär von der Rückkehr des Lachses nach dem Abriss der Wehre

In einem netten Artikel des Kölner Stadt-Anzeiger vom 21. Juli 2022 berichten Jutta-Eileen Radix und Alina Bremer über den erfolgten Abriss eines Wehres der Sülz in Untereschbach. „Da, wo sich früher Wasser staute, gibt es nun eine Stromschnelle. Mit dem geschleiften Wehr soll die Sülz wieder ein Stücken weiter in Richtung Naturzustand gebracht werden. Fische […]

Erfahrungen mit der bestehenden Kormoranverordnung NRW an der Sülz im Siegsystem

Das Ausklammern der Gewässerstrecken in Naturschutz- und Natura-2000-Gebieten verhindert ganz grundsätzlich die Anwendung und damit die Wirksamkeit dieser Kormoran VO-NRW für die große Mehrzahl aller nordrhein-westfälischer Gewässer: Ein fataler Nachteil, der nicht in Vergessenheit geraten darf!

An der Sülz im Rheinisch-Bergischen und Rhein-Sieg-Kreis hingegen kann und wird die Kormoran VO-NRW zum Fischschutz intensiv genutzt. Hier wurde erstmals seit dem völligem Zusammenbruch der Fischpopulation 1996/1997 durch überwinternde Kormorane eine Chance auf Besserung gesehen. Eine Initiative von Jägern und Anglern ist auf etwa 12km (von Untereschbach bis zur Sülz-Mündung in die Agger bei Altenrath) jagdrevier-übergreifend aktiv. Den zuständigen kommunalen Behörden (Fischerei, Jagd und Naturschutz) sowie dem LANUV wurden darüber laufend Berichte vorgelegt.

Das Prinzip der letalen Vergrämung funktionierte in den Herbst- und Wintermonaten gut. Die Strategie bestand aus

  • regelmäßigem Patrouillen entlang des Flusses, etwa alle 2 Tage, dabei
  • punktuellem Anstellen, etwas getarnt, morgens nach Tagesanbruch, aber auch zu wechselnden Tageszeiten (stundenlang nicht effektiv, nicht erforderlich)
  • dem gezielten Angehen von bevorzugten Rastplätzen und
  • dem Beobachten der Einflüge und dem Kommunizieren derselben unter den Akteuren.

Wegen der vergleichsweise geringen Fischmasse der Sülz fliegen zumeist Einzelvögel, selten kleine Trupps, nie größere Schwärme ein.

Abgeschossen wurden an der Sülz in Herbst/Winter 2020/2021 neun und 2021/2022 elf Kormorane. Mit diesen eher kleinen Abschusszahlen konnte jedoch ganz offensichtlich ein Vielfaches an Kormoranen monatelang erfolgreich ferngehalten werden: Es baute sich nämlich erkennbar eine höhere Fluchtdistanz vor dem Menschen auf, wobei die Vögel offensichtlich nicht zwischen Jäger und Spaziergängern etc. unterschieden. Indirekt blieben dadurch auch Gewässerabschnitte mit Bebauung, Spazierwegen oder „Hundewiesen“ gut geschützt.

ABER: Mit Beginn der Brutzeit und der zeitlichen Einschränkung der Kormoran VO-NRW, ab März nur junge, immatur gefärbte Kormorane, also grau-braun-mellierte, abschießen zu dürfen, brach der Fischschutz völlig zusammen: In diesen Monaten jagten an der Sülz nahezu ausschließlich adulte Vögel (schwarz, gut zu unterscheiden)! Die Gründe hierfür sind nicht bekannt.

Frustrierend war und ist, mit anzusehen (sehr bald auch wieder auf kurze Distanzen), wie die adulten Kormorane erfolgreich Beute machen. Monatelang blieben und bleiben daher alle Patrouillengänge vergeblich, es erfolgte kein Abschuss, es gab keinen Lern-, keinen Vergrämungseffekt. Erst ab Mitte August kann die übergebliebene, nicht weggefressene Fischpopulation wieder wirksam gesschützt werden.

Es bedarf keiner Elektrobefischung, keines wissenschaftlichen Monitorings: Jeder Blick von Brücken bei klarem Niedrigwasser, jedes Gespräch unter Anglern offenbart: Von der notwendigen grundlegenden Erholung der Fischfauna ist die Sülz weiterhin meilenweit entfernt!

 

DAS ERNÜCHTERNDE FAZIT AN DER SÜLZ IST DAHER:

Es gelingt mit der bestehenden Kormoran VO-NRW aus 2018 nicht, eine effektive Schutzwirkung von März bis Mitte August zu etablieren! Die von Fischereibiologen des LANUV bereits 2013 befürchteten „Wirkungslücken der Vergrämung“ sind Realität.

Vermutlich beschränkt sich der Erfolg des Engagements an der Sülz, also an einem Gewässer außerhalb von Schutzgebieten, wo die bestehende Kormoran VO-NRW angewendet werden darf und auch angewendet wird, darauf, in den Herbst- und Wintermonaten „Trittsteine“ zum Überleben autochthonen Fischarten auf niedrigstem Niveau zu legen.

Für alle natürlichen Gewässer in Naturschutz- und Natura-2000-Gebieten Nordrhein-Westfalens ist diese Kormoran VO-NRW ohnedies völlig wertlos.

 

Experten-Anhörung im Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments

Das Europäische Parlament hatte wiederholt klare Beschlüsse gefasst – zuletzt im Juni 2018 – und die EU-Kommission aufgefordert, die Kormoranbestände „mit allen Mitteln drastisch zu reduzieren.“ Geschehen war nichts, die Kommission hatte das immer ausgesessen!

Jetzt, am 11. Mai 2022, hatte das Parlament eine Anhörung von Experten angesetzt. Im Fokus stand die Betroffenheit der Fischzucht, die Beweisaufnahme beleuchtete aber selbstverständlich zugleich die Last auf den natürlichen Gewässern und die Dramatik für die Artenvielfalt.

Niels Jepsen stellte Untersuchungsergebnisse aus Dänemark vor, die den enormen Fischfraß dort belegen. Vieles, vor allem die Schwere der Fischverluste, gelten analog europaweit, wenn sich auch die betroffenen Fischarten und die Zeitperioden der Einflüge unterscheiden. Die Folien seines Vortrags sind sehr beeindruckend.

Bitte schauen Sie hinein, lesen Sie, auch wenn in Englisch, etwa:

  • von 10000 markierten Jungaalen (eel) wurden nachweislich in einem Jahr 40 – 50% aufgefressen
  • alle markierten Flundern einer Untersuchungsreihe, 4000 Tiere, waren in 2 Wochen verschwunden
  • 40 – 50% der markierten Smolts (Junglachse)
  • in einem Äschen-Flussabschitt: von 25 markierten Äschen (grayling) überlebten den Winter nur 2; die Fischbiomasse ging dort mit dem Kormoran-Überfall um 80% zurück
  • Zahlengerüst Kabeljau/Dorsch (cod) in der westl. Ostsee: Der Zuwachs wird auf 4-17 Million Fische geschätzt, die Hochrechnung des Kormoran-Fraßes auf 15 Million!

Unser Fazit: Eindeutig dieselbe Dramatik wie bei uns in Mitteleuropa, unfassbar – ein riesiger Skandal!

Auch der Vorsitzende der Kormoran-Kommission des DAFV, Stefan Jäger, war als Referent eingeladen: Eine ebenfalls sehr lesenswerte Präsentation.

Von BirdLife vertrat eine Referentin die ornithologische Seite. Sie betonte die Stabilisierung der Kormoran-Population in Gesamteuropa und verschanzte sich hinter der bestehenden Rechtslage, die der Vogelart bekanntlich einen hohen Schutzstatus bietet – alles nichts Neues. Eine Anmerkung: Die Dame differenzierte nicht zwischen den Unterarten carbo und sinensis – der Taschenspielertrick, um den sinensis aus dem Verdacht des Neozon zu nehmen, also eines Aliens wie z.B. dem Waschbären!

Und jetzt? Die anschließenden Wortmeldungen der Europa-Abgeordneten nach allen sechs Vorträgen ließen keinen Zweifel: Die Dramatik war überdeutlich geworden.

Sie wissen um die Erkenntnisse unseres Vereins über den »Naturschutz«, vor allem den amtlichen in der Landesverwaltung NRWs, der die Problematik leugnet, dramatische Schäden aus ideologischen Gründen hinnimmt und schwere Schuld auf sich lädt. Unsere Web-Seiten sind voll davon, wir sprechen zurecht von dem Kormoran-Skandal.

Auf der Europäischen Ebene spiegelt sich das Bild offenbar, auch hier müssten längst Staatsanwaltschaften gegen die Verantwortlichen in der Europäischen Kommission eingeschritten sein – ohne nimmt das kein Ende.

Hier der Link zum Streamen des gesamten Hearings, wenn gewünscht mit Simultanübersetzung.

Ein Denkanstoß zur NRW Landtagswahl 2022

Denkanstoß zur NRW Landtagswahl 2022

Wir halten es für notwendig, die eigentlichen, übergeordneten Ursachen für durch Kormoranfraß faktisch überall fischleeren Gewässer erneut kurz und knapp zu schildern – vor Ihrer Stimmabgabe. Bitte lesen Sie weiter und sagen nicht sogleich, „es gibt doch wichtigeres, von dem ich meine Wahlentscheidung abhängig mache“.

Naturschutzverbände, vor allem aber auch der amtliche Naturschutz leugnen die Schwere der Kormoran-Schäden und verhindern systematisch das Sammeln der Beweise. Wissenschaftler, etwa die Fischereibiologen in Ministerien und Naturschutzämtern, aber auch diejenigen bei den Fischereiverbänden, werden seit mehr als zwei Dekaden genötigt mitzuspielen. Ureigene Ziele wie Artenschutz und Biodiversität werden rücksichtslos geopfert, egal wie fatal es zugeht. Ohne grüne politische Rückendeckung und systematische Personalpolitik seit etwa 25 Jahren wäre das undenkbar.

Das Ganze ist ideologisch motiviert: Man mag nur im äußersten Fall – eigentlich gar nicht – tötend eingreifen; man setzt alleine auf Verbesserungen der Lebensräume – in unserer durch und durch vom Menschen geprägten Kulturlandschaft. Das gilt, egal ob es um Massen von Wildgänsen, Krähenvögel, Nutria und vor allem Prädatoren wie dem Kormoran geht. Die Auswirkungen dieses Schutzes um jeden Preis werden systematisch ignoriert, sagen wir klipp und klar: weggelogen. Bodenbrüter wie Feldlerche, Kiebitze und Rebhuhn werden von Krähen und Fuchs etwa so massakriert wie unsere Fische durch den Kormoran. Alles ist unbestreitbar, längst erwiesen – dennoch: „Die Grünen verneinen die ökologische Bedeutung der Raubwildbejagung und betonen die Wichtigkeit des Habitats gegenüber allen anderen Faktoren“ (Zeitschrift Wild und Hund, Heft 15 2021 Seite 60). Hier ist der Offenbarungseid: Entscheidungen werden nach ideologischer Gesinnung getroffen, die Fakten hintenan gestellt oder ganz geleugnet. Begünstigend kommt hinzu, dass viele Bürger oft nur oberflächlich informiert sind und sich täuschen lassen. Eine Zeitenwende hin zur Realität, weg von verträumten Ideologien, so wie in der Sicherheitspolitik unseres Landes jetzt geschehen, ist hier leider gar nicht zu erkennen.

Wenn man unsere fast überall nahezu fischleeren Gewässer sieht, die o.a. eigentlichen Ursachen bedenkt, mag man sich nicht ausdenken, wie dieselben Politiker und ihre Verbände auch auf anderen sehr wichtigen Feldern handeln werden.

Bitte überlegen Sie, ob Sie diesen Menschen wirklich eine faktenorientierte Realpolitik zutrauen, wenn Sie Ihre Kreuze am 15. Mai setzen!

Hier finden Sie diesen Denkanstoß zum Download und anschließendem Weiterleiten.

 

Aktuelle Speiballenuntersuchung im Ostseeraum ermöglicht Rückschluss auf die Fraßschäden im Meer: Die Situation dort ist womöglich ähnlich drastisch wie in unseren Flüssen

Zunächst sei ein Blick auf die Situation der hiesigen Mittelgebirgsflüsse gestattet:

Über eine hohe Korrelation Kormoranfraß ./. Fischverluste kann hier nicht ernsthaft gestritten werden: Schon allein die Nachweise über erstmalige Kormoran-Einfälle nordischer Schwärme zum Beispiel an

  • Ahr, im Winter 1996/1997 sowie 1997/1998, viele Dutzend, an die Hundert, tagelang
  • Lenne im Winter 1994/1995
  • Sülz, im Winter 1996/1997, über Hundert, mehr als 14 Tage
  • Wied (unmittelbare Rhein-Nähe) bereits 1992, mehrere Hunderte

und der immer zeitgleich festgestellte drastische Einbruch der Fischmengen sind Beweis genug. Einzelnachweise der Kausalitäten hier und da sind nicht erforderlich. Sie müssen schließlich auch nicht per Gutachten die Ursache Ihres Sturmschadens am Hausdach nachweisen, wenn in der gesamten Region entsprechende Schäden entstanden sind! Alle schlundgängigen Fischarten waren dort betroffen, ohne erkennbare geschmackliche oder andere Präferenzen dieser effektiven Beutegreifer, gleich ob in Flüssen mit guter oder schlechter Struktur. Es ist auch völlig unseriös, nur die Äsche zu nennen. Bis heute hat es an all diesen Gewässern keine Erholung gegeben, das ist unübersehbar und allgemein bekannt. Maßnahmen zur Wiederherstellung des Fischbestandes (Renaturierung oder fischereiliche Beschränkungen bis hin zum Fangverbot) sind völlig vergebens, solange diese Prädation nicht wirkungsvoll reduziert wird. Die von uns immer wieder aufgezeigten Bemühungen des »Naturschutzes« (einige nachweisbar und von staatswegen, u.E. Fälle für den Staatsanwalt), dies klein zu reden, gar zu leugnen oder auf andere angeblich signifikante Einflussfaktoren zu verweisen, sind für jedermann mit vernünftigem Menschenverstand vergebens. Es ist unglaublich, dass dies dennoch bis heute die Lage, die Stimmung der politischen Entscheider, Presse und Gerichtsurteile prägen kann.

Hier und da wurden exemplarisch die Mägen geschossener Kormorane untersucht. Man fand Fische (oder anverdaute Überreste) der Arten, die in diesen Mittelgebirgsflüssen leben, was auch sonst.

Abb.

In Forschungsvorhaben werden von der Wissenschaft verschiedentlich systematisch Speiballen unter Kormoran-Schlafbäumen gesammelt und auf die verspeisten Fischarten und -mengen untersucht (eine nicht letale Alternative zur Untersuchung von Mageninhalten).

Besondere Aufmerksamkeit erhält jetzt aktuell ein Bericht des Instituts für Binnenfischerei e.V. aus Potsdam-Sacrow, das in den Gebieten Plöner Seen, Untertrave und Schlei im Auftrag des Umweltministeriums Schleswig-Holsteins Speiballen untersucht hat.

Die nachgewiesenen Beutefische, mit der Anzahl in der Region lebender Kormorane hochgerechnet, zeigen, in welchen astronomischen Dimensionen sich die Fraßschäden etwa bei Dorsch und Hering in der Lübecker Bucht oder an der gesamten Deutschen Ostseeküste bewegen. Auch die täglich verspeiste Fischmenge eines Vogels wird mit 450g bis zu 700g erneut unabhängig bestimmt. Eine empfehlenswerte Zusammenfassung und Kommentierung des Berichts finden Sie in dem Artikel „Kormoran oder Berufsfischer: Wer entnimmt mehr Fisch?“ des Blinkers.

Auch die folgenden Links befassen sich mit dem Bericht aus Potsdam:

– Ein Artikel im Fischmagazin

– Eine Pressemitteilung des Deutschen Fischerei-Verband e.V.

Unser Verein hat selbst keine Kompetenzen, sich um die Kormoran-Problematik im Meer, bei der Berufsfischerei oder auch bei Fischzuchten einzubringen. Wichtig ist jedoch, dass unsere Recherchen und Veröffentlichungen über das systematische, ideologisch motivierte Agieren des »Naturschutzes«, verbandsseitig wie amtlich – dem eigentlichen Skandal und ganz offensichtlich Kern des Übels – allen betroffenen Stellen zur Kenntnis gelangen. Sich dem entgegen zu stemmen, unbeirrt und faktenorientiert, darin sehen wir den Schlüssel, um eine Genesung aller betroffenen Fischpopulationen zu erzielen zum Nutzen der Artenvielfalt, Biodiversität, Berufsfischerei, Angelfischerei und, nicht zuletzt, der Wasserqualität.

 

Algen-Probleme mancherorts quer durch Europa auch im Salzwasser – womöglich mitverursacht durch womöglich mitverursacht durch das Fehlen der Fische

Im Juni 2021 hatte ein engagierter Angler aus unserem Verein, der weder Fischereibiologe noch Limnologe o.ä. ist, folgende Mail rundgesendet:

Aktuell hört man von einem Algen-Problem im Marmarameer bei Istanbul; Algen in der Ostsee waren in den letzten Jahren immer mal wieder Schlagzeilen wert. Den glitschigen Grund unserer Fließgewässer, in denen die weidenden Fischarten wie etwa Nase und Döbel weggefressen wurden, kennen viele von uns, die Wissenschaftler der ARGE NISTER haben das exakt erforscht und publiziert.

Man sehe mir bitte nach, dass ich Laie auf dem Gebiet der aquatischen Ökosysteme folgende Frage stelle:

Es ist klar, dass vielerorts Hitze, Klimawandel und Überdüngung wesentliche Ursachen für die Algenblüte sind. Ich stelle mir aber die Frage, ob nicht auch eine regional gestörte Fischfauna, womöglich sogar durch Phalacrocorax carbo sinensis entstanden, ein weiterer nicht geringer Einflussfaktor ist. Wenn dem so wäre, wäre nach unseren Erfahrungen mit den IDEOLOGISCHEN KRÄFTEN regelrecht zu erwarten, dass die zuständigen Stellen dies tabuisieren, rigoros und grundsätzlich leugnen oder massivst kleinreden.

Ich möchte es noch anders formulieren: Man müsste in den jeweils betroffenen Regionen den Dingen wissenschaftlich unbeirrt auf den Grund gehen, wenn man den Einflussfaktor GESTÖRTE FISCHFAUNA auf das Algenwachstum nicht sicher ausschließen kann.“

Eine Antwort erhielt er nicht; jetzt wurde aber ein 10 Jahre altes sehr wohl passendes Themenpapier des Europäischen Parlamentes dazu ausgegraben:

„FÖRDERT DIE ÜBERFISCHUNG DAS AUFTRETEN VON ALGENBLÜTEN?

Das Wort Kormoran kommt in dem Papier nicht vor, man muss schon selbst eins und eins zusammenzählen…