Eine dänische Initiative, um den Schutzstatus des Kormorans in der EU zu ändern

 

Wiederholt hatten wir berichtet, dass die Wissenschaft in Dänemark dem Kormoran-Skandal systematisch,  faktenorientiert und energisch begegnet.

Bitte lesen Sie nachfolgend selbst, was unsere nordischen Nachbarn aktuell auf die Schiene setzen.

Hoffentlich kann das verlogene, massive Netzwerk des ideologisch gesteuerten »Naturschutzes« doch endlich entlarvt und kaltgestellt werden; sonst wird auch diese Initiative ganz gewiss wieder wirkungslos verpuffen.

 


https://nordsoeposten.dk/tiden-er-inde-til-at-jagt-paa-skarv

The time has come to hunt cormorants

The cormorant is no longer an endangered species, on the contrary, it has become so overprotected that it has become a plague to many, writes Søren Gade (V).

by NordsøPosten

 

January 10, 2022

By Søren Gade

Member of the European Parliament
Deputy Chairman of the Fisheries Committee.

The cormorant causes great damage to the fishery for both anglers and commercial fishermen. It has been proven through many studies from home and abroad, and commercial fishers, anglers, nature lovers and academic experts all over the world have raised the alarm for a long time. Now is the time to take care of the situation.

The cormorant is a protected species in the EU Birds Directive since 1980. Since then, the population has multiplied, and the Danish Environmental Protection Agency estimates that we in Denmark alone have up to 30,000 breeding pairs. When there are most cormorants in Denmark towards late summer, the Danish Environmental Protection Agency believes that Danish waters host up to 250,000 of these birds!

It is in a way a very positive development. This is because it shows that when the European countries come together and seriously and purposefully set out to protect a species, it does not take long before the species is stabilized.

But that’s where the positive stops. The cormorant is no longer an endangered species, on the contrary, it has become so overprotected that it has become a plague to many. In the Baltic Sea alone, it eats 40,000 tonnes of fish annually. It is not an insignificant amount of fish that go down the beaks of these birds. This also helps to explain why the cod quota must now be reduced by 88%.

In addition, cormorants also affect the biodiversity that one is so keen to preserve. The cormorant does not distinguish between what fish it eats. Therefore, endangered species are also on the menu, such as grayling, houting and brown trout. To protect those species, we therefore need to remove the cormorant from the list of protected bird species.

In Denmark, you can get a dispensation to regulate cormorants at streams and fishing grounds. It is, of course, a step in the right direction, but it is clearly not enough. We need to work for the EU as a whole to recognize the cormorant for what it has evolved to be – a problem bird that needs to be pacified and regulated to a much greater degree than it is today. We have come to the point where we need to have a real hunting time on the cormorant.

This is something I know many of my colleagues in the European Parliament agree with, and I will use my position as Vice-Chair of the Committee on Fisheries to keep shouting about that matter. The cormorant’s protection status must be changed for the benefit of both fish stocks, biodiversity and fishermen.

Nachruf auf Paul-Gerhard Jäger

Am 2. November 2021 verstarb nach langer, schwerer Krankheit Paul-Gerhard Jäger, der Gründungsvater, die entscheidende, treibende Kraft und der langjährige Vorsitzende unseres Vereins FISCHSCHUTZ CONTRA KORMORAN e.V. .

Paul-Gerhard Jäger war fest verwurzelt in Bergneustadt, liebte die bergischen Fischgründe und das Angeln. Als Schlossermeister machte er bald sein Hobby auch zum Beruf: Über den Handel mit Angelgerätschaften führte er viele naturinteressierte Menschen in das Angeln ein und verbreitete diese Passion über Jahrzehnte. Nicht wenige von uns sind ihm hierfür sehr dankbar.

Er war einer der ersten, der in den 90er-Jahren die dramatischen Auswirkungen der Fraßschäden des Kormorans erkannte und darauf aufmerksam machte. Bis dahin war der Anblick dieser Vogelart in unserer Region noch etwas Besonderes und kein Grund zur Beunruhigung gewesen.

Im Winter durchziehende Kormoran-Schwärme aus dem Baltikum fischten damals binnen weniger Wochen ganze Gewässer, zunächst vor allem die der Äschenregion unserer herrlichen bergischen Flüsse, nahezu leer. Fischereibehörden und die Politik sahen tatenlos zu.

Sehr genau hatte der Verstorbene diese massiven Fehlentwicklungen erkannt, die starke ideologisch motivierte Kräfte – gleichermaßen in Naturschutzverbänden und in den Landesbehörden – verursachen. Er brachte sich wie kein anderer ein, aufzuklären, anzuprangern und sich dagegen zu stemmen. Er konnte die durch die Kormoran-Plage nahezu fischleeren Gewässer einfach nicht ertragen, anders als viele andere Angler, die lethargisch aufgaben, sich damit abfanden. Es war für ihn undenkbar, diesem Drama, das leicht abzustellen wäre, untätig zuzusehen.

Er war der Gründungsvater unseres Vereins, leitet ihn und trug ihn u.a. auch durch schwierige Zeiten.

Viel Energie hat Paul-Gerhard eingebracht, immer Impulse gesetzt, uns motiviert mitzumachen, Politiker wie Verwaltungsspitzen kontaktiert, Türen geöffnet: Er war und ist über die Landesgrenzen von Nordrhein-Westfalen hinweg bekannt, sicher teils auch gefürchtet: Nicht zu unrecht, da er laut, frank und frei die Tatsachen aussprach. Genau haben wir noch das Gespräch im Umweltministerium mit dem grünen Minister Remmel (im Februar 2011) vor Augen, den Besuch der Bundestagsabgeordneten Frau Happach-Kasan (FDP) in Berlin im Mai 2013 oder die zahlreichen Gesprächen mit Landtagsabgeordneten von CDU, FDP und SPD im Landtagsgebäude in Düsseldorf am Rhein (mit Blick auf die Wasserfläche und die auch dort anfliegenden Kormorane). Oder eine Gesprächsserie mit dem überzeugenden, engagierten, in unserer Sache aber leider doch auch machtlosen SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Adelmann in Engelskirchen.

Der Tod von Paul-Gerhard Jäger hinterlässt in den Reihen derjenigen, die wie wir diese folgenschweren Fehlentwicklungen an unseren Gewässern wegen grüner Politik und ideologischer Netzwerke (die eigentlich das Eingreifen der Staatsanwaltschaft erforderten) engagiert bekämpfen, eine große Lücke. Es ist uns Ansporn, dennoch nicht nachzulassen.

Wir schreiben diese Zeilen aus der Sicht des Vereins Fischschutz contra Kormoran e.V.. Darüber hinaus war Paul-Gerhard ein langjähriger enger Freund und Angelfreund für manch einen von uns, mit dem eine Fülle gemeinsamer Erlebnisse in guten Zeiten verbunden waren: Unvergessen.

Paul-Gerhard Jäger wird uns allen fehlen, als Aktivposten, der immer bereit war, unbeirrt und ideologiefrei die Tatsachen aufzuzeigen und Besserung einzufordern.

Kleine Anfrage „Schäden durch den Kormoran“ der FDP-Bundestagsfraktion wird von ministeriellen Ideologen dreist und unseriös abgetan – unverantwortlich

Diese Kleine Anfrage der FDP aus Dezember 2019 rückt das Thema endlich einmal wieder in den Fokus der Bundespolitik. Es ist ganz offensichtlich und zig-fach wissenschaftlich belegt, wie schwer die Schäden durch Kormoran-Prädation an den diversen Gewässertypen nicht nur in Deutschland sind. Die Antwort der Bundesregierung auf diese Anfrage verharmlost das Problem jedoch völlig unangemessen auf eine simple, man muss schon sagen unverfrorene Art und Weise.

Die Antworten der Ideologen sind bewusst so verfasst, dass  der Leser dieses Verharmlosung beim Sichten nicht sogleich durchschaut. Auf der 2. Seite folgt z.B. nach dem wohl bekannten Verstecken des Kormorans zwischen anderen Schadensursachen (eine lange Auflistung) die Falschaussage: „Es liegen keine detaillierten Untersuchungen an den jeweiligen betreffenden Gewässern vor, die allgemeingültigen Aussagen zum Einfluss des Kormorans  auf Fischbestände ermöglichen“. Auf Seite 7 wird die explosionsartige Zunahme der durchziehenden,  gefräßigen Schwärme vor ca. drei Dekaden verschleiert mit: „Der 25-Jahres-Wintertrend von Pharacrocorax carbo sinensis erfuhr  in Deutschland eine starke Zunahme von > 3 Prozent pro Jahr  (Trendzeitraum 1984/85-2008/2009)“

Aber bitte überfliegen Sie selbst die Kleine Anfrage samt der Antworten.

Hier nun dazu unser Brief an die FDP-Bundestagsfraktion. Wir sprechen einmal mehr Klartext.

Künftig angerufene Gerichte, die Presse sowie Politiker werden dieses Geschreibsel zur aktuellen Einschätzung der Situation heranziehen, da ein derart fachlich ignorantes Vorgehen von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland doch gar nicht für möglich gehalten wird!

Eine Sammlung aktueller Literaturhinweise oder Links

In diesem Beitrag ist die Sammlung einiger aktueller Literaturhinweise oder Links zum Kormoranproblem zu finden, jeweils versehen mit einem erläuternden Satz aus unserer Redaktion.

Keine Besserung mit neuer Kormoranverordnung in Schleswig-Holstein:

In der Pressemitteilung des zuständigen Landesumweltministeriums wird praktisch nur die kommerzielle Fischerei adressiert. Die Angelfischerei und vor allem der Natur- und Artenschutz bleiben außen vor. Immerhin wird das Aalvorkommen als weiteres Opfer einmal erwähnt – und mit lächerlich anmutenden Maßnahmen der Verordnung „lokal geschützt“.


Neue Kormoranverordnung in Niedersachsen

Ein herber Schlag gegen den Fischartenschutz ist den ideologischen Naturschützern auch mit der neuen Kormoranverordnung in Niedersachsen gelungen. Man hält es nicht aus, dass diese offensichtliche Missachtung von erwiesenen Tatsachen im Jahr 2019 immer noch unbeachtet von Staatsanwaltschaften zum großen Schaden der Natur möglich ist.

Lesen Sie dazu die klare und scharfe Stellungnahme des niedersächsischen Anglerverbands.


Schweiz: Die internationale Fischereikommission Hochrhein hat zum Themenkomplex Prädation – Kormoran – Äsche in ihrem Strategieplan 2025 (PDF) klare und wichtige Aussagen getroffen. Allerdings verwundert es sehr, dass die Prädation durch Kormorane bei dem Zustandsbericht und für Maßnahmenempfehlung anderer autochthoner Fischarten insbesondere Bachforelle, Barbe oder dem Neunauge gar keine Erwähnung findet.


Ein beeindruckender „Erlebnisbericht“ zu regelmäßigen Gesellschaftsjagden von Kormoranen stand in der Schweriner Volkszeitung (SVZ) unter der Überschrift „Als würde der See kochen“ – Kormorane jagen in Schwerin – Angler fordern „Eingriff“. Hier der Link über den Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern.

Da sind die etwa 100 Kormorane, die den Flachwasserbereich der Lister (eine Vorsperre der Biggetalsperre) im September heimsuchten, ja gar nichts gegen…


Unsere aktiven Mitgliedern sind immer wieder beeindruckt, wie klipp und klar der Landesanglerverband Thüringen e.V. die Kormoranproblematik anspricht. Würden sich auch die beiden großen Fischereiverbände in Nordrhein-Westfalen so engagiert gegen das Joch des ideologisch durchseuchten Natur- und Vogelschutzes stemmen, würde unsere Fischfauna inzwischen ganz, ganz anders aussehen.

Aktuell steht ein weiteres bedeutendes Gutachten aus Thüringen zum Download bereit. Hier ein entscheidendes, sehr ernst zu nehmendes Zitat aus dem Fazit:

„Der Zustand unserer Fließgewässer ist in vielen Bereichen deutlich besser, als es der Zustand der Fischfauna derzeit anzeigt. Durchgängige, naturnahe Gewässer und Gewässerabschnitte mit ausreichenden Laich- und Aufwuchsgebieten für die autochthone Fischfauna sind vorhanden. Bereits erreichte positive Entwicklungen beim Fischbestand sind dennoch rückläufig. Der Erfolg der Gewässerentwicklung, die in den letzten Jahren mit hohem personellen und finanziellen Aufwand und mit viel Engagement seitens der Beteiligten erfolgte, wird sich nicht in der Bewertung des ökologischen Zustandes der Fischfauna widerspiegeln, solange das Problem Kormoran nicht entschärft wird.“


Lesenswertes aus NRW: Kritische Anmerkungen des Lachsvereins zum Jahresbericht des Wanderfischprogramms für 2018