Fischschutz contra Kormoran e.V.
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eine Sammlung unserer Aktivitäten, lesenswerter Korrespondenzen und Beiträge

 

Kurz und knapp: Diverses Aktuelles zum Thema Kormoran

9. Oktober 2026/in Chronologie, News

Kurz und knapp: Diverses Aktuelles zum Thema Kormoran

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Kormoran und Karpfenzucht in Thüringen

Ein sehenswertes, beeindruckendes aber auch ergreifendes Dokument: https://youtube.com/watch?v=vKpuxE7NU20

Darf das wahr sein? Ist das wirklich der Wille unserer Gesellschaft?

 

***

Dokumentation der EIFAAC zu den von Kormoranen in Europa verursachten Schäden

Eine umfassende Studie der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission, angesiedelt unter dem Dach der Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen) kommt zu dem Ergebnis, dass Kormorane für die europäische Fischerei und Fischzucht jährliche Kosten von 670 Millionen € verursachen:

FAO. 2026. European inventory of fish damages caused by cormorant predation. EIFAAC Occasional paper, No. 60. Rome.

Diese Zahlen sind schon beeindruckend. Dennoch stehen sie neben den noch weitaus größeren finanziellen Schäden durch den indirekten Effekt, nämlich des ganz wesentlich durch den Kormoran bedingten Versagens von Maßnahmen im Rahmen der europäischen Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) zur Wiederherstellung des ökologisch guten Zustands unserer Oberflächengewässer: Hier wurden bisher alleine in Deutschland etwa 61 Milliarden € verbaut, europaweit mehr als 300 Milliarden €! Und es wird so weitergehen, wenn nichts Wirksames gegen den Kormoran unternommen wird.

Gar nicht finanziell zu fassen ist der immense Verlust an Biodiversität, der aber gleichwohl sehr bedeutend und für jeden vernünftig denkenden Menschen schlichtweg inakzeptabel ist.

 

***

Kormoran auf der Tagesordnung der deutschen Agrarministerkonferenz in Würzburg, September 2026

 

Auszug aus der Tagesordnung:

Erfreulich deutlich fordert die AMK in ihrem Beschluss Maßnahmen gegen die Kormoranfraßschäden. Eine deutliche Mehrheit der Bundesländer geht weiter und spricht sich konkret für den Kormoranmanagementplan der EIFAAC aus! Wichtig ist dabei zudem, dass die Agrarminister den zerstörerischen Einfluss der Kormoranprädation auf die aquatische Biodiversität und damit zugleich der aquatischen genetischen Ressourcen anerkennen. Auch ist von schrittweisem Konkretisieren die Rede: Das ist pragmatisch und sollte die von vielen, auch von uns geforderten Referenzstrecken, auch Trittsteinen oder „Cormorant Free Zones“ genannt, umfassen. So wird etwas daraus.

Aber: In Würzburg saßen die Landwirtschaftsminister der Bundesländer mit dem Bundeslandwirtschaftsminister zusammen. Das unverantwortliche, unangemessene und folgenschwere ideologisch motivierte Agieren bereits langjährig einschlägig gestählte Kräfte gerade auch innerhalb Behörden/Ämtern und Ministerien aller Ebenen, wird dem gewiss massiv entgegenstehen, trotz der nicht mehr zu bestreitenden Fachargumenten. Insbesondere die Umweltministerien und nachgeordneten Umweltämter und ganz zuvorderst die Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission sind hierfür gefürchtet.

Das Unterdrücken, besser Verbieten ideologischer Einflussnahme ist zwingend, ist eine Herausforderung, aber alternativlos für einen Durchbruch. In diesem Sinne hatte unser Verein im Juli 2026 bereits den Bundeskanzler angeschrieben und Handlungsempfehlungen gegeben, alles in Klartext formuliert.

Nun, nach der erfreulichen Beschlusslage der AMK ging sofort eine kurze Erinnerung, eine Bitte, ein Appell an den Landwirtschaftsminister Alois Rainer und einige in der Sache gut informierter und engagierter Bundestagsabgeordnete. Diese Schreiben bleiben noch unveröffentlicht.

 

***

Auch der Deutsche Angelfischerverband DAFV e.V. (DAFV) beobachtet das aktuelle Geschehen und berichtet zeitnah darüber:

 

„Momentum für europäisches Kormoranmanagement wächst„

Neben der Agrarministerkonferenz werden hier weitere spannende aktuelle Geschehnisse rund um die Kormoran-Debatte erläutert und bewertet.

Es wäre allerdings zu wünschen, wenn der DAFV dieses Momentum für einen wirksamen Schutz der Fische vor Kormoranprädation selbst aktiv und engagiert mit antreiben würde. Dieser sehr wichtige Verband könnte sich bei seiner Lobbyarbeit noch mehr und erkennbar gegen die ideologischen Kräfte zur Wehr setzen, gleich ob diese im Verbandsnaturschutz oder im amtlichen Naturschutz angesiedelt sind. Die Zeiten, wo man damit argumentieren konnte, „wir sind halt anderer Meinung“ sind definitiv vorbei. Schadensdimension, -felder, Kausalitäten zum Kormoraneinfluss sind heute zweifelsfrei und unbestreitbar belegt, es ist unverantwortlich das weiterhin zu ignorieren. Das sollte auch der DAFV beständig gegen jedermann klarstellen und Abhilfe fordern.

 

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Der Fischereiverband Saar hat eine Online Petition zur Einführung eines Kormoran Managements im Saarland gestartet.

Die Petition und die sehr gute, ausführliche Begründung für die Notwendigkeit eines Kormoran Managements finden Sie hier:

Heimische Fischbestände schützen – Kormoranmanagement im Saarland jetzt umsetzen! – Online-Petition

Die Petition ist noch bis Ende November geöffnet, machen Sie mit.

 

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Eine neue, aktuelle Dokumentation zur Grundsatzfrage: „Ist der chinesische Kormoran, Pharacrocorax carbo sinensis, ein Alien oder nicht?“

Ein mehrteiliger Artikel in der dänischen Zeitschrift Fisk & Fri befasst sich detailliert mit dieser Frage.

https://fiskogfri.dk/is-the-continental-great-cormorant-phalacrocorax-carbo-siensis-indigenous-to-europe/

Alleine schon der 2. Teil, in Englisch verfasst, ist absolut lesenswert.

Die Veröffentlichung passt gut zu den Arbeiten von Christer Olburs, siehe etwa im Jahr 2017

„Ist der Problemvogel Kormoran doch ein Alien?“

Die Frage ist eigentlich allesentscheidend, wenn man die Dimensionen der inzwischen unbestreitbar nachgewiesenen diversen Schäden des chinesischen Kormorans quer durch Europa sieht.

Nach Jahrzehnten leerer Gewässer mit all den schwerwiegenden Folgen und zäher, ganz oft massiv ideologisch geführter Diskussionen würde dann gelten:

The only way to protect the European fish fauna is to eliminate the alien Chinese Cormorant Phalacrocorax carbo sinensis (Staunton, 1796).

 

***

Ein Leserbrief in der Ostthüringer Zeitung aus Sep. 2026

Gerhard Kemmler, Gewässer-Sachverständiger aus Kahla bei Jena, beobachtet die Szene um die Kormoran-Problematik bereits seit Jahrzehnten sehr genau und bringt sich persönlich immer wieder massiv ein, um Abhilfe zu schaffen: auf EU-Ebene, aber auch lokal, vor Ort in seiner Heimat.

Eine Meldung des NABU in der Ostthüringer Zeitung von Anfang September 2026 veranlasste ihn, einen Leserbrief zu verfassen.

Hier die NABU-Meldung und sein Leserbrief, so wie er uns beides zur Verfügung stellte.

 

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https://contra-kormoran.de/wp-content/uploads/2018/03/Kormoran_FcK002_Loire_Sep2017_2.jpg 3456 4608 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-10-09 20:47:432026-10-09 22:53:58Kurz und knapp: Diverses Aktuelles zum Thema Kormoran

Ein „Policy Brief No 1“ der sehr angesehenen Wissenschaftler von ProtectFish – u.E. jedoch unangemessen, der Sache abträglich

28. September 2026/in Chronologie, News

Ein „Policy Brief No 1“ der sehr angesehenen Wissenschaftler von ProtectFish – u.E. jedoch unangemessen, der Sache abträglich – wie von der EU-Kommission bestellt – oder?

Als das aus EU-Mitteln finanzierte internationale Forschungsprojekt ProtectFish im Jahr 2024 an den Start ging, wurde ein bedeutender Schritt zur Lösung des Kormoranproblems erwartet. Bereits die erste Tagung ließ allerdings erkennen, wie vorsichtig diplomatisch man den Themenkomplex wissenschaftlich angehen würde, unter großer Rücksichtnahme auf die ornithologischen Interessenvertreter bei Verbänden und in den Administrationen, ganz besonders in der EU-Kommission. Seit Jahren wird auf den Seiten von contra-kormoran.de über das oft erkennbar unangemessene und unverantwortliche Agieren der Vogelschutzlobby berichtet.

Schon am Rande der Tagung zu ProtectFish in Koblenz fiel daher in kleinen Gesprächen der Vergleich mit dem Trojanischen Pferd.

Der dramatische Zustand vieler Fischpopulationen und die klar gegebene Kausalität zu dem Fraßdruck des chinesischen Kormorans sind zigfach belegt, zuletzt, analog einer Metastudie und sehr gut kompiliert, in dem EIFAAC-Projekt Kormoranmanagementplan. Es ist einfach eine Tatsache, dass in der Wissenschaft heute Konsens besteht über den signifikanten, oft existentiellen Einfluss des Kormorans auf die Fischfauna im Süßwasser, die Wasserqualität und die Fischerei. Die Politik hat unter Anerkennung der diversen und schweren Schäden die Thematik wiederholt aufgegriffen, insbesondere auch das EU-Parlament.

Jedoch blockiert die EU-Kommission trotz dieser erdrückenden Beweislage stereotyp und rigoros wirksame Gegenmaßnahmen – bis heute. Mehrere Beiträge auf contra-kormoran.de (1), (2)  dokumentieren dieses unverantwortliche folgenschwere Agieren der Kommission.

Von der Wissenschaft werden in dieser Situation konkrete und zeitnah umsetzbare Handlungsempfehlungen erwartet. ProtectFish war hier ein wichtiger Hoffnungsträger.

Aber genau das Gegenteil ist hier ganz offensichtlich der Fall, wie dieser Policy Brief offenbart.

ProtectFish Policy Brief No 1

Es ist absehbar, dass die EU-Kommission damit ProtectFish nutzen wird, um weiterhin auf Zeit zu spielen, konkrete Fischschutzmaßnahmen und die systematische Reduktion der Kormoranpopulation zu vertagen oder ganz abzulehnen, ohne Rücksicht auf die schweren und diversen Schäden.

Die Projektverantwortlichen von ProtectFish sind namhafte, angesehene einschlägige WissenschaftlerInnen, unserem Verein seit Jahren aus der Literatur oder auch persönlich bekannt.

Es steht uns eigentlich nicht zu, deren wissenschaftliche Herangehensweise, die gezogenen Schlüsse und abgeleiteten Empfehlungen – ausgezeichnet ausformuliert und präsentiert – zu kritisieren. Die Dramatik der Lage gestattet aber keinen Zeitverzug: Es muss umgehend und wirksam gehandelt werden. Für jahrelange, vorgeschaltete weitere Untersuchungen, optimierte Monitoring-Ansätze, für ein diplomatisches Zugehen auf Kräfte, die ganz offensichtlich und erkennbar immer wieder unverantwortlich und faktenleugnend rein ideologisch begründete Standpunkte vertreten, bleibt keine Zeit. Entscheider müssen zwingend und sofort auf der Basis der vorliegenden Datengrundlage handeln, pragmatisch, mit Augenmaß und wirksam.

Der Policy Brief Nr. 1 von ProtectFish ist daher u.E. weit mehr schädlich als nützlich, gar gefährlich! Das muss leider in aller Deutlichkeit so festgestellt werden. Der adressierte Personenkreis aus Politik und Entscheidern wird damit vermutlich fehlgeleitet, nahezu systematisch.

Im Folgenden sollen exemplarisch einige Aussagen dieses Policy Brief kommentiert werden, die gewiss mit Bedacht niedergeschrieben worden waren:

***

The policy challenge

Europe’s freshwater ecosystems are under increasing pressure from habitat degradation, pollution, hydromorphological alterations and climate change
…
In recent years, increasing predation pressure, notably from the Great Cormorant (Phalacrocorax carbo sinensis), has emerged as an additional factor impacting freshwater fish populations.

Richtig ist aber, dass für eine große Zahl an Gewässern die Fischpopulationen im zeitlichen Zusammenhang mit dem erstmaligen Einfall von Kormoranschwärmen zusammenbrachen und sich genau seit dem nicht mehr signifikant erholten. Beispiele sind etwa Flüsse wie Lenne, Nister, Ahr, Gera u.v.m. Vor Kormoranen geschützte Abschnitte, so über Jahre die Nister bei Stein-Wingert, die Wupper „zufällig“ unter der Schwebebahn im Stadtgebiet von Wuppertal, oft Abschnitte in Stadtgebieten wiesen oder weisen bei Fischdichte, Arten- und Alterszusammensetzung hingegen typischerweise normale Verhältnisse auf.

Diese Aussage des Policy Brief ist also bei der Gewichtung der Einflussfaktoren und der zeitlichen Abfolge der Geschehnisse für viele Gewässer definitiv unrichtig. Tatsächlich gilt umgekehrt, dass zu diesen initialen gravierenden Fischmassenverlusten aller schlundgängiger Arten durch den Kormoran erst in der letzten Zeit vielerorts die Effekte des Klimawandels als Stressfaktor messbar hinzukamen (Wasserstand, -temperatur). Dadurch muss dem Schutz vor Prädation einen noch höheren Stellenwert und absolut 1. Priorität zugewiesen werden, um Artenschutz und Biodiversität gerecht zu werden.

***

Cormorant populations trends – Understanding regional trends to support evidence-based management

Es wird festgestellt, dass die Kormoran Populationen sich vielerorts stabilisiert haben.

Diese Feststellung ist nachvollziehbar, soll womöglich beschwichtigen, ist jedoch mit Blick auf Biodiversität und Artenschutz völlig wertlos, nein fatal. Die intelligente Raumnutzung bei der Futtersuche, die Migration, das Ausweichen auf kleinwüchsige oft fremdartige Futterfische in den insbesondere durch den Kormoran selbst in den Jahren zuvor massiv gestörten aquatischen Ökosystemen mit nun anderer Arten- und Größenzusammensetzung bietet offensichtlich eine ausreichende Nahrungsversorgung. Zugleich fehlen dennoch die gewässertypischen Leitfischarten nahezu vollständig und damit zugleich wichtige Ökodienstleistungen der Fische. Es besteht Konsens, dass dieser erbärmliche Zustand schlichtweg inakzeptabel ist. Andererseits ist völlig klar und plausibel, dass man sich um den Schutz des chinesischen Kormorans heute nicht im geringsten Sorgen machen muss. Der Erhaltungszustand des p. c. sinensis in Europa wurde schließlich bereits im 1998 offiziell als gut angesehen (Official Journal No. C021 of 22 January 1998, p. 0076, and Official Journal No. C134 of 30 April 1998, p. 0075) und die Populationskurve stieg seit dem unverkennbar weiter an.

***

Evidence of density-dependent mechanisms suggests that population growth may be naturally regulated in some areas.

Auch diese Aussage ist völlig wertlos! Sie kann definitiv für zahlreiche Gewässer nur mit dauerhaftem Verlust vieler schlundgängiger Fischarten – gefährdeter Arten wie Allerweltsarten – einhergehen, Arten, die seit Jahrhunderten dort autochthon sind oder waren! Diese Aussage ist also – wie die vorstehende – bestens geeignet, den nicht mit der Materie vertrauten Politiker oder Entscheider in eine falsche und abwegige Richtung zu beeinflussen.

***

Key findings

– Cormorant predation has direct and measurable impacts on fish populations …

Ja selbstverständlich. Das ist seit mehr als zwei Dekaden zig-fach und vielerorts und zu zahlreichen Fischarten gesichert nachgewiesen und kein besonderes Ergebnis des noch jungen Vorhabens ProtectFish und keineswegs auf die Äsche beschränkt.

– Habitat complexity measures alone are insufficient to substantially reducepredation pressure under conditions of high predator density

Die Einschränkung „bei hohem Prädationsdruck“ ist hier obsolet, führt in der Praxis zu unnötigen Diskussionen und Nachweisforderungen. Es ist eine Tatsache, dass Habitatsverbesserungen, die sicher jedermann befürwortet, faktisch nie gegen den Fraßdruck der Kormorane helfen; auch diese Aussage ist seit Jahren zig-fach belegt.

***

Das wiederholt genutzte Gütesiegel Evidence-based ist angesichts der erst kurzen Projektlaufzeit von ProtectFish und der doch vielfältigen Aussagen durchaus irritierend, obwohl die verantwortlichen Wissenschaftler – wie bereits festgestellt – zu dem Problemkreis ein hohes Ansehen genießen.

***

 

ProtectFish wird nach unserem Kenntnisstand derzeit von den folgenden Wissenschaftlern getragen (ohne Gewähr):
• Dr. Kim Birnie-Gauvin; DTU Danish Technical University
• Thomas Bregnballe; Aarhus University
• Martin Čech; Czech Academy of Sciences
• Maria Ovegaard; SLU – Swedish University of Agricultural Sciences
• Piotr Parasiewicz, Andrzej Kapusta; Instytut Rybactwa Śródlądowego im. Stanisława Sakowicza – Państwowy Instytut Badawczy
• Dr. Kurt Pinter; University of Natural Resources and Life Sciences, Vienna (BOKU)
• Pietro Volta; CNR Istituto di Ricerca Sulle Acque
• PD Dr. Carola Winkelmann, Dr. Maren Paulmann; BfG | Bundesanstalt für Gewässerkunde

 

Fazit:

Die nachweislich gegebenen Dramatik und die Diversität der Schäden bei Fischpopulationen und vor allem der aquatischen Ökosystemen durch Kormoranprädation werden nicht im Geringsten erwähnt! Ebenso bleibt der verursachte enorme finanzielle Schaden – sehr wahrscheinlich im dreistelligen Milliardenbereich europaweit – wegen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien außen vor: Maßnahmen verfehlen weitgehend ihre Wirkung, da gewisse Fischarten weggefressen werden, die Algen weiden und/oder die gründeln. Das alles ist in keiner Weise nachvollziehbar und ein schweres Versäumnis des Policy Brief, insbesondere für den angesprochenen Kreis von Adressaten.

Entsprechend wird im Ergebnis

  • der Kormorneinfluss stark relativiert und gegenüber anderen Einflüssen herabgewichtet,
  • damit eine praktisch schwer auflösbare Gemengelage beschrieben – wieder einmal,
  • statt eines entschlossenen Managements weiteres Monitoring, weitere Forschung empfohlen,
  • statt Änderung der Rechtslage und Aufklärung der Öffentlichkeit über die Dramatik weitestgehende Rücksichtnahme auf bestehende Rechtsnormen und auf die Akzeptanz der Gesellschaft (bis heute durch NGOs unübersehbar einseitig informiert) empfohlen.

Nicht einmal das Einrichten von repräsentativen „Kormoran freien Zonen“ also Trittsteine und zugleich für jedermann sichtbare Referenzstrecken – und das als Sofortmaßnahmen – findet Niederschlag.

Man muss davon ausgehen, dass die bei ProtectFish federführenden Wissenschaftler die Kormoran-Problematik und den Stand der Dinge seit Jahren intensiv beobachtet haben und insbesondere das EIFAAC-Projekt eines Kormoranmanagementplans samt seiner Entstehung bestens kennen. Einige hatten sich wiederholt selbst aktiv für ein Management des chinesischen Kormorans eingesetzt und selbst die Fraßschäden wiederholt thematisiert. Insofern wäre zu erwarten gewesen, dass bei ProtectFish Notwendigkeit und Dringlichkeit eines europaweiten Kormoranmanagements von Beginn an anerkannt und gesetzt wären. Zwingend notwendige Ziele der Forschung wären wissenschaftlich fundierte und pragmatisch zügig umsetzbare Empfehlungen, entwickelte Strategien und – zumindest exemplarisch – erprobte wirksame Maßnahmen zum längst überfälligen Fischschutz vor Kormoranprädation.

Dieser Policy Brief von ProtectFish wird dem Projektnamen wirklich nicht gerecht.

https://contra-kormoran.de/wp-content/uploads/2018/03/Kormoran_FcK002_Loire_Sep2017_2.jpg 3456 4608 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-09-28 12:19:022026-09-29 21:47:21Ein „Policy Brief No 1“ der sehr angesehenen Wissenschaftler von ProtectFish – u.E. jedoch unangemessen, der Sache abträglich

Anti-Kormoran Video des Landesanglerverbands Thüringen e.V. – überzeugend!

30. August 2026/in Chronologie, News

Anti-Kormoran Video des Landesanglerverbands Thüringen e.V. – überzeugend!

Um die katastrophale Situation der allermeisten Fischpopulationen endlich zu beenden, ist ein europaweit abgestimmtes wirksames Kormoranmanagement von entscheidender Bedeutung, daran besteht kein Zweifel. Das unverantwortliche und folgenschwere Verhalten der EU-Kommission steht dem aber heute nachweislich immer noch im Wege.

Alleine auf die große, durchgreifende Lösung zu warten und weiter untätig zu bleiben, ist daher keine Option! Blättern Sie etwa zurück auf unseren Beitrag „Schutz unserer Fischfauna vor Kormoranfraßschäden – aktiv werden – jetzt!“

Neben staatlichen Stellen sind insbesondere die Landesfischereiverbände in der Verantwortung. Diese müssen sich endlich gegen die Kormoranplage stemmen und für die heimische Fischfauna einsetzen – energisch und zielgerichtet! Sie sind es nicht zuletzt auch ihren abertausend gut zahlenden Mitgliedern, ihren Angelvereinen schuldig. Leider ist hier bis heute sehr viel Luft nach oben, etwa vor unserer Haustüre in Nordrhein-Westfalen.

Ein wirkliches Vorbild diesbezüglich ist hingegen der Landesanglerverband Thüringen e.V.:

Beständig und mit voller Kraft wehrt man sich dort gegen die fatalen Kormoranschäden. Ganz aktuell ist ein überzeugendes Video erstellt worden. Es ist bestens geeignet, die breite Öffentlichkeit aber gleichwohl Experten und Entscheider über die Zusammenhänge und die Dramatik zu informieren und ideologisches Fehlverhalten anzuprangern.

Teilen Sie den Link reichlich, sprechen Sie Ihre Verbandsvertreter und Ihre Politiker an, warten Sie nicht weiterhin tatenlos auf die große gesamteuropäische Lösung.

 

 

0 0 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-08-30 16:24:212026-08-30 21:20:37Anti-Kormoran Video des Landesanglerverbands Thüringen e.V. – überzeugend!

Die EU-Kommission: erneut fakten-leugnendes, folgenschweres, stures, unverantwortliches Verhalten – ein Skandal – oder?

21. Juni 2026/in Chronologie, News

Die EU-Kommission zeigt erneut fakten-leugnendes, folgenschweres stures, unverantwortliches Verhalten – ein Skandal – oder?

Und wieder ein Paukenschlag der EU-Kommission: Sie lehnt den Antrag von 11 Parlamentariern des EU-Parlaments zur Finanzierung des Einstiegs in den Kormoranmanagementplan (CMP) der EIFAAC ab!

Lesen Sie selbst im Antrag , worum es konkret geht, und das Ablehnungsschreiben der Kommission.

Erneut wird deutlich, wie eiskalt die Kommission die unbestreitbar nachgewiesen Kormoranfraßschäden weiterhin kleinreden, nahezu leugnen!

Man tut weiterhin so, wie seit vielen Jahren, als gäbe es nur begrenzte lokale Probleme und nur mit der Fischerei (cormorant-fisherie conflict); kein Wort zu dem umfassenden Schadensbild wohl dokumentiert im CMP der EIFAAC oder den Verlusten in dreistelliger Milliardenhöhe durch den enormen und fatalen indirekten Effekt über das Verfehlen der Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinien (WRRL).

Wie bereits zur Initiative von 10 Mitgliedsstaaten im Ausschuss des Europarates oder zuvor im Fischereiausschuss des EU-Parlamentes bleibt die EU-Kommission, dort die Generaldirektion Umwelt (DG Env), eiskalt auf Linie, nur ideologisch zu erklären.

Es ist einfach unglaublich angesichts der unbestreitbar nachgewiesenen diversen und riesigen Schäden.

Die Kommission ergreift nach ihrem Bekunden zwei Maßnahmen:

  1. Ein „strukturierter Dialog mit den Mitgliedsstaaten zur Problemdiskussion“ (Structured Dialogues on managing cormorant conflicts)
    und
  2. Die neuen Leitlinien für pragmatische und verhältnismäßige Vorschriften zum Schutz wild lebender Vogelarten“, siehe unser Beitrag dazu.

Ersteres hat man wohl vor Monaten mit den ideologisch gleichgeschalteten Vertretern einiger Mitgliedsstaaten ausgeheckt, siehe etwa die  Wortmeldung des Vertreters Deutschlands im Ausschuss des Europarates. Eine Vorlage für den strukturierten Dialogs scheint über Auftragsarbeiten an der Universität in Aarhus erarbeitet worden zu sein, wurde uns zugetragen.

Die neuen Leitlinien hatten wir zurecht wie folgt kommentiert: „Das alles hat mit dem nachweislich zwingend erforderlichen, umfassenden und wirksamen Fischschutz vor Kormoranprädation nichts zu tun!“

Immerhin steht in der Antwort der EU-Kommission auch geschrieben, dass man bereit ist, Vogel-Zählungen zu unterstützen sowie Forschungen zu Einflüssen des Kormorans zu fördern. Heute, Mitte des Jahres 2026. Es fehlen einem einfach die Worte… Es ist ein Hohn.

  • Wie lange lassen sich die in der Sache informierten und engagierten Europa-Abgeordneten und die Regierungschefs der zahlreichen betroffenen Mitgliedsstaaten, allen voran der deutsche Bundeskanzler (der noch im März 2024 selbst und persönlich einen feinen, klaren Antrag zum Kormoran im Bundestag eingebracht hatte) dieses Gebaren noch bieten?
  • Wie lange soll die Zeitenwende für den längst überfälligen wirksamen Fischschutz gegen Kormoranprädation mit all den dramatischen Folgen noch aufgeschoben werden?
  • Wann wird die Kormoranfrage endlich zur Chefsache in der EU-Kommission und in der Bundesregierung, nein, auf allen Ebenen?
  • Wann werden endlich rechtliche Schritte wegen Untätigkeit gegen die verantwortlichen Stellen eingeleitet? Wiederholt hatten wir etwa angeregt, dass das Europaparlament die Kommission verklagt!
  • Wann greifen die Fischereiverbände, investigative Journalisten, etc. dieses bedeutende Thema endlich energisch auf, setzen es ins Rampenlicht?

 

0 0 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-06-21 16:35:502026-06-21 16:38:53Die EU-Kommission: erneut fakten-leugnendes, folgenschweres, stures, unverantwortliches Verhalten – ein Skandal – oder?

Agrar- und Fischereiausschuss des Europarates am 26. Mai: Kormoran auf der Tagesordnung

2. Juni 2026/in Chronologie, News

Agrar- und Fischereiausschuss des Europarates am 26. Mai: Kormoran auf der Tagesordnung

Zehn Mitgliedsstaaten hatten dies unter der Federführung von Tschechien beantragt.

Hier finden Sie den Antrag und hier eine nicht amtliche deutsche Übersetzung.

Der Antrag enthält Wesentliches, vor allem die klare Empfehlung, auf die Arbeiten der EIFAAC also deren Kormoran Managementplan (CMP) aufzusetzen, siehe u.a. https://contra-kormoran.de/eifaac_cmp_appelle_an_meps_20260312/

Auch die aktuelle völlig unzulängliche Aktion der EU-Kommission wird thematisiert.

 

Bedauerlicherweise vermisst man das klare Bekenntnis, die volle Zustimmung der Bundesregierung. Spätestens seit der ausgezeichneten Initiative zum Fischschutz vor Kormoran- Prädation der CDU/ CSU aus Frühjahr 2024, unterschrieben von Friedrich Merz und Alexander Dobrint, sind diese Regierungsparteien in der Pflicht.

Diese Steilvorlage im Ausschuss des Europarates hätte (auch) von Deutschland verwertet werden müssen: Notfalls mit Weisung, etwa wenn wieder einmal nachgeordnete Ministerialbeamte ihr eigenes ideologisches Ding machen wollen, ohne Rücksicht auf die Schadensdimensionen, ohne Verantwortungsbewusstsein, gegen den erklärten Willen der politischen Führung!

Der Kormoran muss zur Chefsache werden, es geht nicht anders, auf allen Ebenen!

 

Abschließend hier noch der direkte Link auf den gesamten Video-Stream zur Public session – afternoon II –>AOB : Cormorants

TOP Kormoran etwa ab 17:35.

So enttäuschend wie die Stellungnahme des deutschen Vertreters zum Antrag war – natürlich – auch die Stellungnahme der EU-Kommission. Das war gar nicht anders zu erwarten.

 

https://contra-kormoran.de/wp-content/uploads/2018/03/Kormoran_FcK002_Loire_Sep2017_2.jpg 3456 4608 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-06-02 18:46:232026-06-03 14:56:02Agrar- und Fischereiausschuss des Europarates am 26. Mai: Kormoran auf der Tagesordnung

Maßnahmen der EU-Kommission gegen Kormoranprädation – unangemessen – realitätsverweigernd – teuer – wirkungslos – ein Skandal, oder?

12. April 2026/in Chronologie, News

Ökologisch und ökonomisch katastrophal: Geplante Maßnahmen der EU-Kommission gegen Kormoranprädation – unangemessen – realitätsverweigernd – teuer – wirkungslos -ein Skandal, oder?

Die vielfältigen und diversen Schäden durch Kormoranprädation quer durch Europa waren noch nie so eindeutig belegt und veröffentlicht worden wie heute, insbesondere durch die umfassenden Arbeiten und Dokumente zum Kormoranmanagementplan der EIFAAC (CMP). Hierzu hatten neben den drei federführenden Autoren zig Praktiker und Wissenschaftler aus mehr als 30 Mitgliedsstaaten beigetragen und zudem noch notwendige ergänzende Beiträge geleistet. Es bedarf keiner weiteren Beweise! EU-Parlamentarier hatten sich eingebracht, auch unser kleiner aber wacher Verein.

Zuletzt hatte sich der Fischereiausschuss des EU-Parlaments damit befasst.

Am 31. März veröffentlichte die EU-Kommission nun ihre hierzu getroffene Maßnahme, nämlich die

„Leitlinien für pragmatische und verhältnismäßige Vorschriften zum Schutz wild lebender Vogelarten“

Hinweis zum Sichten des Werkes: Mit Schritt 1 gelangt man zu einer Pressemitteilung, um dort (Schritt 2) auf guidlines zum Eigentlichen zu gelangen (Schritt 3), dem Draft Commission Notice on the Guidance document on the general system of protection of bird species …  In diesem Dokument ab Seite 67 „Annex II: Applying derogations under Article 9 of the Birds Directive in relation to the Great Cormorant“ wird es konkret…

 

ABER: Das alles hat mit dem nachweislich zwingend erforderlichen, umfassenden und wirksamen Fischschutz vor Kormoranprädation nichts zu tun!

Es lohnt nach unserer Überzeugung nicht, sich überhaupt inhaltlich mit diesem Werk zu befassen.

Die EU-Kommission, federführend die Generaldirektion Umwelt mit Kommissarin Jessika Roswall

  • verhält sich angesichts der heute belegten Schadensdimensionen absolut unangemessen und unverantwortlich,
  • ignoriert unverändert, stoisch und arrogant,
    • die gesamte EIFAAC-Initiative mit dem CMP – sie wird nicht einmal erwähnt,
    • zugleich damit die nachgewiesen diversen und schwersten Schäden,
    • einschlägige klare Beschlüsse und Erinnerungen aus dem Europaparlament,
  • werkelt mit den neuen Leitlinien im Detail: kompliziert, erkennbar unwirksam in der Praxis, jedenfalls in keiner Weise verhältnismäßig zur Dringlichkeit und dem Zwang, Fischpopulationen endlich effektiv zu schützen, aquatische Biodiversität wieder herzustellen.

Wer stoppt dieses realitätsferne, folgenschwere, unverantwortliche, nur ideologisch zu erklärende Gebaren dieser Verantwortlicher?

Die Kommissionspräsidentin lässt das weiterhin geschehen, scheint der Forderung etwa vom Verband Europêche, sich selbst, persönlich einzubringen und Ideologischem strikt Einhalt zu gebieten, nicht nachzukommen.

Nur kurz zur Erinnerung: Es geht, quer durch Europa, neben Schäden der Fischerei und Freizeitfischerei um diverse gewaltige Effekte für die Biodiversität und die Wasserqualität, hier mit Hebelwirkungen eine Steuerverschwendung im dreistelligen Milliardenbereich über die Europäischen Wasserrahmenrichtlinien – beides angesiedelt in derselben Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission. 

 

Es muss erwartet werden, dass dieses Werk von den in der Sache informierten und engagierten Europa-Abgeordneten als Schlag ins Gesicht empfunden wird, der nicht hinzunehmen ist, auch nicht von dem Europaparlament – nach wiederholten einschlägigen Beschlüssen. Die Regierungschefs der zahlreichen betroffenen Mitgliedsstaaten können sich das ebenfalls nicht bieten lassen, so der deutsche Bundeskanzler, der noch im März 2024 selbst und persönlich einen feinen, klaren Antrag zum Kormoran im Bundestag eingebracht hatte.

 

Bis heute fand das hier thematisierte aktuelle Werk der EU-Kommission nach unserer Beobachtung keine Aufmerksamkeit in der Presse oder auf den Web-Seiten der Vertreter von Fischerei und Fischschutz, unverständlich.

 

https://contra-kormoran.de/wp-content/uploads/2018/03/Kormoran_FcK002_Loire_Sep2017_2.jpg 3456 4608 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-04-12 18:02:492026-04-13 11:59:32Maßnahmen der EU-Kommission gegen Kormoranprädation – unangemessen – realitätsverweigernd – teuer – wirkungslos – ein Skandal, oder?

CMP – Europäisches Kormoranmanagement: Aussprache im EU-Fischereiausschuss – ernüchternd

26. März 2026/in Chronologie, News

Aussprache am 17. März 2026 im Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments zu dem CMP, der Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC 

Zwei der drei Autoren des CMP, Dr. Raymon van Anrooy und Prof. Ian G. Cowx trugen selbst vor, anschließend kamen Abgeordnete zu Wort, abschließend Vertreter der EU-Kommission.

Hier der Videostream der Sitzung.

Der Tagesordnungspunkt CMP wurde von etwa 9:57 bis 11:04 behandelt. Durch Anklicken des Kopfhörer-Symbols kann die Übersetzung in Deutsch eingeschaltet werden.

Unbestritten erfreulich ist, dass das Vorhaben des CMP überhaupt weitergeht, also nicht, wie von den Umweltverbänden seinerzeit gefordert, ganz gestoppt worden ist.

Zu dem Videostream werden hier ein paar Wortmeldungen aus dem Auditorium zur Kenntnisnahme empfohlen, über Zeitmarken identifiziert; zahlreiche weitere sind es ebenfalls wert, betrachtet zu werden.

  • 9:59:10 bis 10:13:05 van Anrooy, EIFAAC: Vorstellung des Rahmenplans
  • 10:16:00 I. Le. Callennec, Frankreich
  • 10:21:40 E. Wiesner, Schweden: volle Zustimmung
  • 10:31:30 B.J. Ruissen, Niederlande: Zustimmung, dringendes Handeln ist geboten
  • 10:33:55 N. Junco Garcia, Spanien: Zustimmung; Biodiversität in Spanien in Gefahr, „Biologische Wüste im Süden Europas“

Eine Reihe Abgeordneter ist sich der Schwere des Problems, der Tragweite und auch der Dringlichkeit also sehr wohl bewusst.

Aber:

Es bleibt dabei, dass die EIFAAC bei ihrer Initiative weiterhin offensichtlich eine diplomatische und einvernehmliche Lösung mit den Vogelschützern anstrebt: Trotz der mit dem CMP festgestellten diversen und schweren Fraßschäden lässt man sich offensichtlich darauf ein. Mit Projektschritten, zunächst bestehende Datenlücken zu schließen, vorab verlässliche Bestandszahlen für den Kormoran zu erhalten, seine Migration zu erforschen, Beringen, etc. wird erneut auf Zeit gespielt! Weitere Jahre werden so ohne effektiven Fischschutz  vergehen – unverantwortlich.

Auch die unverändert starre Haltung der EU-Kommission hat Bestand, wie ihre Stellungnahmen erkennen lassen (ab 10:46 DG Mare, ab 10:48 DG Env).

Die Advokaten der Fischschutzseite R. van Anrooy und I. Cowx lassen das leider zu, halten nicht wirklich gegen; auch aus den Reihen der anwesenden EU-Abgeordneten gibt es keine direkte Gegenrede, hatte das EU-Parlament die EU-Kommission doch mehrfach zum resoluten Handeln aufgefordert etwa „…calls on the Commission to work together with the Member States to take measures to drastically reduce cormorant populations by all means…” (2018).

Überhaupt ist eine Wirkung  unserer Schreiben an die engagierten EU-Parlamentarierer, die Hintergrundinformationen und Appelle enthielten, bisher nicht erkennbar. Ebenso dringen die wichtigen Aspekte des Fischereidachverbands Europêche mit dem Schreiben „Call for urgent EU action on cormorant management to address severe ecological and economic damage“ vom 17.10.2025 an Frau von der Leyen (noch) nicht durch.

So wird das nichts: Ohne Nachzuschärfen wird dieser Kormoranmanagementplan der EIFAAC ein Papiertiger, also jahrelang unwirksam bleiben. Die EU-Kommission wird immer noch, unverantwortlich, arrogant und ignorant, offensichtlich ideologisch dominiert, kleinreden, wegschauen, nachgewiesene schwerste und diverse Schäden weiterhin in Kauf nehmend.

 

Lassen Sie uns hier abschließend erneut – unsere Web-Seiten und veröffentlichte Schreiben sind voll davon – Entscheidendes auflisten, was in dieser Aussprache nicht oder nicht mit dem nötigen Nachdruck thematisiert wurde:

* Die Zerstörung der aquatischen Biodiversität durch Kormoranfraß vielerorts. Van Anrooy sprach das zwar an, aber eher nebenbei, nicht mit einer angemessenen Betonung.

* Die Größenordnung der ökonomischen Schäden:  Man blieb bei einer Schadenssumme von etwa 350 MEUR und unterschlug den Ausschussmitgliedern damit den enormen und fatalen indirekten Effekt über das Verfehlen der Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) in dreistelliger Milliardenhöhe.

* Die Notwendigkeit, umgehend einen Fast Track zu implementieren – mit zumindest exemplarischen Sofortmaßnahmen, repräsentativ und hochwirksam

* Forderung von repräsentativen 100%-geschützte Kormoran-freie-Zonen als Trittsteine für die existentiell gefährdete Fischfauna, gut sichtbar für jedermann

* Von grundsätzlicher, alles entscheidender Bedeutung ist – wenn es auch nicht auf die Plattform eines politischen Ausschusses gehört – das rigorose Unterbinden ideologisches Argumentierens und Handeln zugunsten eines wissenschaftsbasierten und zugleich pragmatischen Wegs. Das muss in der EU-Kommission in der Kormoranfrage zwingend zur Chefsache werden!

https://contra-kormoran.de/wp-content/uploads/2025/06/EIFAAC_Titelleiste4.png 270 500 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-03-26 15:16:482026-03-27 13:14:20CMP – Europäisches Kormoranmanagement: Aussprache im EU-Fischereiausschuss – ernüchternd

Appelle/Bitten an Europaabgeordnete zur Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC

13. März 2026/in Chronologie, News

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – Appelle/Bitten an 10 engagierte Europaabgeordnete

Wie mehrfach berichtet , ist die Initiative «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) eine sehr gute Ausgangsbasis, um tatsächlich und zeitnah den längst überfälligen effektiven Fischschutz vor Kormoranfraß in Europa zu etablieren. Auch die Widerstände diverser NGOs (Non Government Organisations) und vor allem aber die erkennbar weiterhin ideologische Haltung der EU-Kommission sind auf diesen Web-Seiten aufgezeigt und hinreichend kommentiert worden.

Dieser Beitrag informiert über aktuelle Schritte unseres Vereins, dem CMP zum Durchbruch zu verhelfen.

Das Europaparlament (EP) hatte von der EU-Kommission bereits mehrfach unmissverständlich wirksame Maßnahmen gegen Kormoranfraßschäden gefordert, bislang vergebens. Im Juni 2025 ergriffen mit Blick auf den CMP-Entwurf der EIFAAC erneut zehn Europaabgeordnete die Initiative mit einem Offenen Brief an die EU-Kommission.

Auf diesen Abgeordneten ruhen nun die Hoffnungen.

Unter engem Bezug auf das sehr bedeutende Schreiben des europäische Dachverbands Europêche (ASSOCIATION OF NATIONAL ORGANISATIONS OF FISHING ENTERPRISES IN THE EU) an die Präsidentin der EU-Kommission Frau von der Leyen von Oktober 2025 appellierte der Verein Fischschutz contra Kormoran e.V. an diese engagierten Abgeordneten.

Hier ist dieses Schreiben vom 24. Januar 2026.

Es wird insbesondere deutlich gemacht, dass die erkennbar ideologisch getriebenen Akteure einiger NGOs, vor allem aber auch solche innerhalb der EU-Kommission selbst, mit ihrem unverantwortlichen Handeln zwingend rigoros gestoppt werden müssen! Das hatte bereits Europêche so klar wie noch nie gefordert und deshalb zugleich Frau von der Leyen aufgefordert, den CMP diesbezüglich zur Chefsache zu machen – angesichts der Schadensdimension.

 

Bereite kurz darauf war es unerlässlich, diese zehn zu dem Kormoranskandal engagierten Europaabgeordneten erneut anzuschreiben, da

1. im Februar wurde ein Briefing „Impact of cormorant predation on EU fisheries and aquaculture“ des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments(EPRS) veröffentlicht, erstellt im Auftrag der Fischerei-Kommission des EPs. Dieses im Grundsatz gute Papier musste zwingend kommentiert und mit wenigen, aber gewichtigen Korrekturen/Ergänzungen versehen werden;

2. uns zugleich  eine Kopie der Antwort der EU-Kommission auf das wirklich bedeutende Schreiben von Europêche erreichte – eine Antwort nach vier Monaten! Wir kommentierten den Europaabgeordneten diese Antwort im Zuge dieses 2. Schreibens , auch wenn das selbstverständlich primär Sache von Europêche selbst ist.

Schon der zweite Satz der Antwort offenbart die unveränderte, unverantwortliche, unangemessene sowie folgenschwere Position der EU-Kommission:

“The Commission fully acknowledges the challenges posed by the increasing populations of Great Cormorant in specific regions, which have led to conflicts with commercial fisheries, aquaculture, and recreational angling.”

Mit anderen Worten besagt das, dass die EU-Kommission weiterhin ignorant und arrogant

  • die ganze Dimension des EIFAAC Cormorant Management Plan (CMP) samt der wichtigen konkreten Ergänzungen von Europêche ignoriert und
  • die zweifelsfrei dokumentierten durch den Kormoran verursachten diversen und schweren Prädationsschäden an natürlichen Fischpopulationen und aquatischen Ökosystemen quer durch Europa sowie
  • den finanziell enormen Seiteneffekt durch das Verfehlen der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien – europaweit in dreistelliger Milliardenhöhe – gar nicht erst zur Kenntnis nimmt.

Die hier offenbarte Einstellung der Kommission lässt schon erwarten, wie begrenzt und harmlos die von diesen Herrschaften vorgesehenen Maßnahmen sein würden, den Prädationsdruck des Kormorans zu mildern. Es lohnt sich tatsächlich nicht, sich mit den hier von der Kommission aufgelisteten Maßnahmen überhaupt zu beschäftigen.

Offensichtlich wurde diese Antwort der EU-Kommission in der DG ENV (Generaldirektion Umwelt) verfasst, ohne die dort auch angesiedelten Vertreter des Fischschutzes und die Verantwortlichen für die Wasserrahmenrichtlinien einzubinden!

Das Schreiben offenbart leider wieder sehr deutlich, wie unverantwortlich die EU-Kommission aus nicht nachvollziehbaren – wohl rein ideologischen Gründen – mit grundlegenden, unbestreitbar sehr wichtigen, allgemein anerkannten Zielen, nämlich intakter aquatischer Ökosystemen, Biodiversität und zugleich mit Nahrungsmittelsicherheit und -autonomie und nicht zuletzt Arbeitsplätzen umgeht.

Diese Ignoranz führt im Übrigen zudem unmittelbar zu Verletzungen eigener europäischer Richtlinien und zum Verfehlen selbstgesteckter Ziele.

 

Dieser 2. Brief an diese Abgeordneten des Europaparlaments vom 3. März 2026 wurde vom Verband Hessischer Fischer e.V. mitgezeichnet, weil deren Experten beim Verfassen entscheidend beitrugen. Es ist übrigens sehr empfehlenswert, den ganzen Brief zu lesen, KI ermöglicht bei Bedarf leicht eine gute Übersetzung in die Deutsche Sprache.

 

https://contra-kormoran.de/wp-content/uploads/2025/06/EIFAAC_Titelleiste4.png 270 500 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-03-13 19:05:212026-03-13 19:52:43Appelle/Bitten an Europaabgeordnete zur Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC

Was geschah im Frühjahr 2025 an der Nister in Stein-Wingert?

28. Februar 2026/in Chronologie, News

Was geschah im Frühjahr 2025 an der Nister in Stein-Wingert?

Seit Jahren wurden die Arbeiten und Veröffentlichungen der ARGE Nister in Kooperation mit der Universität Koblenz zur Gewässerökologie und den Effekten des Kormorans von uns interessiert verfolgt und immer wieder verlinkt. Sie brachten u.E. entscheidend wichtige Erkenntnisse auch zu komplexen Fragestellungen, waren schlüssig und nachvollziehbar, auch für den interessierten Laien. Krau, F; Fetthauer, M. (2011), Schneider et al. (2015), Gerke et al. (2020)

Deutschlandweit sichtbar war die Verleihung des DWA Gewässerentwicklungspreises im Jahr 2023; dann, am 26.06.2024 ein weiterer Meilenstein: Der Beitrag von Frau PD Dr. C. Winkelmann zu der Expertenbefragung im Umweltausschuss des Bundestages am 26.06.2024 zur Kormoran-Problematik.

Zig Teilnehmer von Wissenschaftlern, Naturfreunden und Politikern (z.B. auch die ehemal. Bundesumweltministerin Steffi Lemke) sahen über Jahre hinweg bei Exkursionen mit eigenen Augen an der Straßenbrücke in Stein-Wingert die hohe Fischdichte, die Artenvielfalt, beeindruckende Schulen von Nasen (Chondrostoma nasus), alles Wildfische, nicht ein Besatzfisch. Alleine die jahrelange ganzjährige Vergrämung anfliegender Kormoranschwärme hatte diese völlig gesunde, in der Region einzigartige Fischfauna entstehen lassen. Die Zusammenhänge von Prädatoren, Fischen, Muscheln, Algen, Kleinlebewesen, Wasserqualität etc. wurden völlig schlagend am Objekt erläutert, viele wertvolle Veröffentlichungen hatten hier ihren Forschungsgrund.

Dann jedoch bei einem zufälligen sonntäglichen Besuch eines FScKorm-Mitglieds am 16. März 2025, eine Woche später ein weiterer: Trotz bester Sichtigkeit der Nister war von der Brücke aus nicht ein Fisch zu sehen! Das Flussbett genau so fischleer, wie wir es von vielen Flüssen kennen, landauf, landab.

Wir wissen nicht, was geschehen war. Bis heute fanden wir auch keine offizielle Stellungnahme dazu.

Bekannt war, dass an der Nister im Zusammenhang mit dem Forschungsvorhaben ProtectFish Teilbereiche durch Überspannen (s. Fotos, aufgenommen am 16.03.) gegen Kormoran-Fraßdruck geschützt werden würde.

Nister Überspann Mar-2025 Bild1
Nister Überspann Mar-2025 Bild2

Hatte man die bewährte, bisherige Kormoran-Vergrämung wegen der neuen Alternativen, dem Überspannen, aufgegeben? Hatte das Überspannen versagt? Oder gab es eine andere Ursache, etwa doch ein fatales Fischsterben? Was übersehen wir?

Der Vorsitzende der ARGE Nister, Manfred Fetthauer und der Naturfilmer Stefan Tannenberg hatten uns noch im Februar 2025 für einen Vortrag bei dem Fischschutzverein Siegburg Ausschnitte von Unterwasservideos „Fische im Winterquartier – Beobachtungszeitraum 2019 bis 2025“ überlassen. Daraus hatten wir mit Genehmigung ein paar Standbilder genommen und bei dem Vortrag im März in Siegburg genutzt.

Die sind jetzt hier eingestellt: Ganz viel Fisch muss also selbst im Februar 2025 noch gelebt haben.

 

Was für ein ökologischer Schaden, was für eine Tragik, dass diese gesunde lokale Fischpopulation der Nister in Stein-Wingert mutmaßlich ausgelöscht worden ist.

Schon alleine das Ereignis an sich, das Verschwinden von hunderten Kilo Fisch, auch gefährdeter Arten, mutmaßlich durch Kormoranfraß binnen weniger Tage, wäre ein wichtiges Ereignis, das zwingend dokumentiert werden muss. Es wäre ein herausragender weiterer, hochaktueller Beweis für die Kausalitäten und für das Gefährdungspotenzial, das von P. c. sinensis ausgeht. Diese Tatsache müsste zwingend und sofort publiziert, etwa auch allen Akteuren der EIFAAC-Initiative Cormorant Management Plan (CMP) an die Hand gegeben werden.

Man muss sich fragen, ob dieser zu befürchtende eklatante Vorfall an der Nister denn der Amtseite nicht bekannt ist, etwa den verantwortlichen Fischschützern der SGD Nord (Struktur und Genehmigungsdirektion Nord), so dem Fischereireferenten R. Mauden, ob bereits Nachforschungen ausgelöst wurden. Muss nicht eine Staatsanwaltschaft von Amtswegen tätig werden, wie es bei Umweltdelikten, bei Fischsterben selbstverständlich ist?

In wenigen Wochen wird in Rheinland-Pfalz gewählt: Wurde die grüne Umweltministerin Katrin Eder bis heute nicht über diesen mutmaßliche Verlust eines wichtigen ökologischen Kleinodes ihres Landes in Kenntnis gesetzt?

Heute sind vermutlich nur noch wenige Exemplare autochthoner Fischarten dort in der Nister. Daher sind die einfliegenden Kormorane bereits darauf angewiesen, auf die für sie mühsam zu fangenden Jungnasen auszuweichen:

 

Um satt zu werden müssen es täglich ziemlich viele sei, das wiederum sind die Elterntiere der nächsten Nasengenerationen! Der völlige Zusammenbruch nimmt seinen Lauf!

 

 

 

Es wäre erfreulich, wenn sich unsere zufällige Beobachtung als großer Irrtum erweisen würde, welcher Art auch immer.

Andernfalls ist die Frage nach Verursachern, Verantwortlichen zu stellen – und vor allem, wer und wie schnellstmöglich die frühere bestens dokumentierten gesunde aquatische Lebensgemeinschaft der Nister in Stein-Wingert wiederherstellt.

 

Übrigens: Statt an der Nister schützt dieses Wissenschaftler-Team von ProtectFish nun Abschnitte an den Flüsschen Asdorf, Eder, Kyll, Ruwer und Salm. Wir wünschen Erfolg, nämlich den zwingend notwendigen echten 365/24-Fraßschutz stabil realisieren zu können, trotz der weiten Wege und vermutlich geringer menschlicher Präsenz vor Ort.

 

Dieser Beitrag ist Achim Müller * 3. Januar 1960  † 9. September 2025 gewidmet.

Achim war ein Fischfreund durch und durch. Er hatte die Probleme des Prädationsdrucks auf die Fischarten seiner Heimatgemeinde verstanden und wollte sich, wenn im Ruhestand, für eine Lösung mit einbringen. Sein so früher Tod ließ das leider nicht zu.

Im Sinne von Achim war beim Abschiednehmen anstelle von Blumen und Kränzen um eine Spende an die Arge Nister / Obere Wied e.V. gebeten worden.

 

0 0 Franz Lohmar Franz Lohmar2026-02-28 11:52:282026-03-01 18:19:22Was geschah im Frühjahr 2025 an der Nister in Stein-Wingert?

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – auf dem Weg zum Abstellgleis?

30. Dezember 2025/in Chronologie, News

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – auf dem Weg zum Abstellgleis?

Wie berichtet sehen wir in der Initiative «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) eine sehr gute Basis, um tatsächlich und zeitnah einen effektiven Fischschutz vor Kormoranfraß zu etablieren. Dazu müssten nach unserer Überzeugung zwingend noch einige Änderungen/Ergänzungen eingebaut werden, die vom Deutschen Fischereiverband (DFV) und unserem Verein Fischschutz contra Kormoran (FScKorm bzw. FPcC) vorgelegt, aber bislang nicht übernommen worden waren.

Wir mussten im Oktober dann melden, dass NGOs (Non Government Organisations) aus dem Natur- und Vogelschutz den Stopp der EIFAAC CMP-Initiative verlangten.

Da dies angesichts der diversen und schweren Fraßschäden inzwischen schlichtweg unverantwortlich ist, reagiert, vom DFV vorbereitet, der europäische Dachverband Europêche (ASSOCIATION OF NATIONAL ORGANISATIONS OF FISHING ENTERPRISES IN THE EU) unmissverständlich:

Europêche schreibt die Präsidentin der EU-Kommission, Frau von der Leyen am 17.10.2025 an. Uns liegt dieses Schreiben vor. Da es bisher nicht „offiziell“ im Internet präsent ist, verzichten wir darauf, es hier zu publizieren. Europêche spricht Klartext, beschreibt die Notwendigkeit des CMP, die nachzubessernden Aspekte, nicht zuletzt die enorme Schadenshöhe (dreistellige Milliarden europaweit, durch die Hebelwirkung des Versagens der Wasserrahmenrichtlinien). Überzeugend und ungemein wichtig ist, das Europêche die ganz offensichtlich ideologisch motivierten Bestrebungen starker Kräfte bei den NGOs sowie – erkennbar und fatal zugleich – auch in der EU-Kommission selbst anspricht. Europêche fordert deshalb, das Kormoran-Thema zur Chef-Sache zu machen.

Dieses Schreiben von Europêche ist nach unserer Überzeugung hervorragend, jeder Satz ist lesenswert. Die wenigen aber sehr bedeutenden Änderungsforderungen an den CMP sind zwingend.

Derweil werden mehrere andere Aktivitäten der EU-Kommission (oder von ihr befördert) zum Kormoran-Konflikt bekannt, die allesamt keinen Bezug zu der EIFAAC-Initiative und dem solide erarbeiteten CMP-Dokument nehmen und in keiner Weise der Dramatik und der Bedeutung des Ganzen gerecht werden.

  • Ein Treffen der „Expert Group on the Birds and Habitats Directives“ (NADEG) am 25. November 2025 im Zuge der abschließenden Überarbeitung der  „Guidance on the general system of protection of bird species under Articles 5 and 9 of the Birds Directive (2009/147/EC)“. Das Ganze Vorhaben – ohne jeden Bezug zu den CMP-Arbeiten – ist in keiner Weise geeignet, die Kormoranfraßschäden wie zwingend notwendig und bereits vom EU-Parlament wiederholt unmissverständlich gefordert, zu reduzieren.
  • Ein Treffen mit den Mitgliedsstaaten organisiert von der EU-Kommission, GD Umwelt, am 28. Oktober 2025. Wir kennen kein Protokoll, allerdings Präsentationen der Universität Aalborg für das Treffen: „Structured dialogue with Member States on managing Great Cormorant conflicts“.  Graphisch hervorragend, inhaltlich völlig harmlos, verwirrend, ohne Erwähnung des CMP, der Lage und heutigen Beweislage in keiner Weise angemessen (leider nicht im Internet verfügbar).

 

Nach Kenntnis dieser Einladung schreibt unser Verein unverzüglich den Bundeskanzler an, Kopien an Umweltminister Carsten Schneider, Landwirtschaftsminister Alois Rainer sowie einige einschlägig engagierte Abgeordnete: Ziel ist, ab sofort und zwingend schon für diese Besprechung der EU-Kommission beim Kormoran keine ideologische Argumentation mehr zuzulassen und grundsätzlich auch keine Aktivitäten zu dulden, die die solide Dokumentation der Lage und der Fraßschäden durch die EIFAAC nicht berücksichtigt.

 

Dieser «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC ist für die Bundesregierung nach dem CDU-Antrag aus März 2024 und der nachfolgenden Expertenanhörung am 26.06.2024 eine Steilvorlage sondergleichen:

Jedes Infragestellen der Kausalitäten, Fordern weiterer Beweise, Herunterspielen der diversen Schäden ist fortan unseriös, unverantwortlich und schlichtweg nicht weiter zu dulden.

Wie Europêche schreibt, ist unverständlich und traurig zugleich, wie Natur- und Vogelschutzorganisationen ganz offensichtlich an breiter Front bisher derart verantwortungslos mit der aquatischen Fauna, mit Biodiversität und in Folge auch Nahrungsmittelsicherheit, -souveränität bis hin zu Arbeitsplätzen umgehen. Beispiele gibt es zuhauf durch lokale/regionale Vertreter in der Presse, wenn es um den Kormoran geht. Wie kann das sein?

Auch für die EU-Kommission wird dieser CMP mit den wichtigen von Europêche eingebrachten Ergänzungen – wie eine Metastudie – bei der Implementierung einer wirksamen Lösung des Kormoranproblems einen Eckpfeiler darstellen. Alles andere wäre ein Skandal!

 

Was ist zu tun? Unsere Verbände, auch wir, der FScKorm, vor allem aber das EU-Parlament mit den zum Kormoran federführend engagierten Abgeordneten, müssen den CMP durchsetzen und zum Erfolg führen. Das gilt zwingend auch für die Anwälte der Fischfauna innerhalb der EU-Kommission, zuvorderst in der DG Environment, dort, ebenfalls zwingend, die für den Erfolg der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien verantwortlichen Akteure.

Alle Bemühungen, diese EIFAAC-Initiative doch noch zu stoppen, entbehren einer seriösen Grundlage. Wie kann es auch anders sein, wenn Fakten und nicht Ideologie zählen?

 

https://contra-kormoran.de/wp-content/uploads/2025/06/EIFAAC_Titelleiste4.png 270 500 Franz Lohmar Franz Lohmar2025-12-30 12:07:442026-01-01 11:52:10Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – auf dem Weg zum Abstellgleis?
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