Lesenswerte Korrespondenz – Zusammenhänge – schlimme Erkenntnisse

Hintergründe und Ursachen, warum Entscheider und Wissenschaftler in der Landesverwaltung Nordrhein-Westfalens bis heute nichts wirksames zur Verbesserung der Kormoran-Situation unternehmen

Es ist den Autoren bewusst, dass diese Seite optisch und sprachlich nicht optimal gestaltet ist, für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter stehen jedoch die Inhalte im Vordergrund. Wir gehen jedoch davon aus, dass es keine bessere und authentischere Dokumentation der Geschehnisse um die Kormoran-Problematik in NRW gibt.

Alle Betroffenen (realitätsbezogene Arten- und Naturschützer, Angler, Fischereigenossenschaften, Wasserwirtschaftler, Fischzüchter etc.), aber auch Politiker, der Landesrechnungshof oder hoffentlich alsbald ermittelnde Staatsanwaltschaften können hier wichtige Erkenntnisse gewinnen. Insbesondere die Sichtung der hinterlegten Dokumente ist dem interessierten Leser besonders zu empfehlen.

Aus vielen Gesprächen und der Korrespondenz unserer aktiven Vereinsmitglieder mit Politikern, Verbandsvertretern und Wissenschaftlern ließen sich die folgenden Zusammenhänge erkennen, die wir hier veröffentlichen und anhand umfangreicher Korrespondenz faktisch belegen:

Seit Jahren wird in NRW systematisch verhindert, dass die Auswirkungen der Kormoranschäden wissenschaftlich untersucht und belegt werden. Es ist beängstigend, wie sich dieses linientreue Verhalten durch die Landesverwaltungen in Nordrhein-Westfalen bis heute zieht, selbstverständlich begleitet von den Naturschutzverbänden. Belastbare Untersuchungen anderenorts, eine lange Literaturliste werden schlichtweg ignoriert. Politiker und auch angerufene Gerichte waschen schnell und gerne ihre Hände in Unschuld mit beschwichtigenden Worten „alles nicht bewiesen“, „alles nicht so schlimm“, „liegt nur an der schlechten Gewässerstruktur“. So geht das seit bald 20 Jahren und droht, auch die 2017 begonnene CDU/FDP-Regierungszeit unbeschadet zu überdauert. Wissenschaftler des Ministeriums und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) stehen bei diesen Machenschaften offensichtlich im Zentrum.

Die Fischereiverbände des Landes sind mit ganz anderen Projekten aus Fördermitteln, nicht zuletzt Geldern aus der Fischereiabgabe befasst. Alles ist so eingerichtet, dass das Einvernehmen über Mittelbewilligungen mit den Naturschutzverbänden und dem Ministerium bestehen muss: Diese Verbände sind somit alles andere als frei, den Skandal Kormoran zielgerichtet anzugehen und verhalten sich ganz offensichtlich entsprechend! Es geht hier auch um Arbeitsplätze für die MitarbeiterInnen der Fischereiverbände: Man kann sogar etwas Verständnis dafür haben, dass die Verantwortlichen sich deshalb auch „linientreu“ verhalten und bis heute Schlimmes in Kauf nehmen.

Anerkannte Naturschutzziele wie Artenvielfalt und Biodiversität sowie die Interessen der Angler, Wirksamkeit von Fischschutzprogrammen (Aal, Lachs, Einsatz von Steuergeldern) spielen bei all dem faktisch keine Rolle! Es ist fatal, wie Wissenschaftler, teils verbeamtete und promovierte, offensichtlich so unter Druck stehen, ideologischen Vorgaben linientreu folgen und schlichtweg an Fakten vorbei agieren! Die Bezeichnung Kormoran-Skandal ist angesichts der Tragweite derartigen offensichtlichen Fehlverhaltens angemessen.

Der FcK hat mit den Aktivitäten seiner Mitglieder inzwischen zu diesen Zusammenhängen – man ist geneigt, von Machenschaften eines Netzwerks zu sprechen – erstmals Öffentlichkeit und Transparenz geschaffen. Vielseitige Kontakte und aufhellender Schriftverkehr bis hin zu Dienstaufsichtsbeschwerden tragen dazu bei.

Falls Sie daran interessiert sind zu erfahren, warum vor allem in NRW gegen den Kormoran-Skandal, das unbestreitbar mit Abstand größte Problem unserer heimischen Fischarten, nichts Wirksames unternommen wird, wie immer wieder auf Zeit gespielt und verschleiernd agiert wird, dann sollten Sie weiter lesen: In kurzen Passagen sind unserer Aktivitäten, etwa quartalsweise zeitlich gegliedert, bis zurück in das Jahr 2010 abgelegt. Insbesondere stehen aber auch aufschlussreiche ungekürzte Originaldokumente zum Download bereit.

Wieder und wieder fragen wir uns, warum das Gros der Angler, gerade die in Naturschutzprojekten und Jugendarbeit engagierten, trotz unserer Enthüllungen, die so bisher nirgends nachzulesen waren, noch immer nicht auf die Barrikaden geht. Oder die vielen ehrenamtlichen Helfer – nicht nur in NRW – die trotz ihres Engagements vergebens auf das Etablieren von Aal und Lachs im Rhein-System warten und neidisch z.B. nach Dänemark sehen. Werden die Wasserwirtschaftler vielleicht doch endlich merken, dass Sie mit zig Baumaßnahmen der Wasserrahmen-Richtöinien (WRRL) wegen des unbegründeten, willkürlichen Kormoran-Vollschutzes trotz Investitionssummen von Abermillionen faktisch nur in einem Hamsterrad laufen und das EU-Ziel von ökologisch guten Gewässern so nie zu erreichen sein wird?

Hier nun die Chronologie unserer Aktivitäten und Beiträge in absteigender zeitlichen Reihenfolge.

Sommer 2018

Mit Beschluss vom 12. Juni 2018 fordert das Europäische Parlament mit großer Mehrheit die EU-Kommission erneut auf: „gemeinsam mit den Mitgliedstaaten Maßnahmen zu ergreifen, die die Kormoranbestände mit allen Mitteln drastisch auf ein derartiges Maß reduzieren.“ Lesen Sie dazu unseren kurzen Beitrag.

Herbst 2017, Winter 2017/2018

Da immer noch keine Wende in der Kormoran-Frage und den entscheidenden ursächlichen ideologisch geprägten Verhaltens des Beamtenapparates des Düsseldorfer Umweltministeriums und im LANUV zu erkennen war, schrieb der FcK Ende Januar die Ministerin an und appellierte eindringlich an sie. Bitte machen Sie sich die Mühe, lesen Sie unser Schreiben genau, es ist es gewiss wert.

Der NABU Sachsen-Anhalts hatte gegen die Kormoranverordnung in Sachsen-Anhalt eine Verbandsklage eingereicht. Diese wurde am 22. November 2017 an dem Oberverwaltungsgericht in Magdeburg verhandelt. Lesen Sie unseren Beitrag dazu und erfahren Sie, wie es ausging: Klage des NABU in Sachsen-Anhalt

Am 25. Oktober 2017 verstarb Siegfried Darschnik, ein Vertrauter und fachkundiger Mitstreiter unseres Vereins Fischschutz contra Kormoran e.V. nach kurzer, Die plötzliche, schwere Erkrankung und der bald folgende Tod am 25. Oktober von Siegfried Darschnik, ein zwar unabhängiger, aber fachlich sehr wohl eng verbundener Mitstreiter, sind für alle diejenigen, die an einer Lösung des Kormoran-Skandals arbeiten, ein einschneidender Rückschlag. Es blieb dem FcK nur, einen ihm gebührenden Nachruf zu veröffentlichen. Dieser Verlust ist kaum zu kompensieren.

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Frühjahr 2017

Seit Jahren wird die ideologische Behandlung der Kormoran-Fraßschäden von unserem Verein analysiert, offengelegt und kritisiert.

Im April war eine Mahnung als Wahlaufruf verbreitet worden. Direkt nach den Wahlen wurden die CDU-Fraktion angeschrieben (wortgleich auch die FDP-Fraktion) und zum Handeln aufgefordert. Neben einer wirksamen Kormoran-Verordnung forderten wir erneut, das Thema endlich energisch, zielgerichtet, wissenschaftsbasiert, faktenorientiert und ohne Rücksicht auf die entlarvten so fatalen ideologischen Vorgaben zu behandeln.

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2016

Sommer/Herbst 2016

Mehrere der gut informierten Angler und Naturschützer hatten im Sommer 2015 Stellungnahmen zu geplanten kostenintensiven wasserbaulichen Maßnahmen auf der Grundlage der europäischen Wasserrahmenrichtlinien abgegeben: „Öffentlichkeitsbeteiligung zum WRRL-Bewirtschaftungsplan 2016 – 2021“ nannte sich das Ganze. Hier noch einmal die Stellungnahme unseres Vereins zu den von den Verfassern ganz offensichtlich bewusst ausgeklammerten Schäden durch den Kormoran. Erst im Juli 2016 ging bei unserem Vereinsvorsitzenden nun die Antwort, eine ministerielle „Synopse“ mit dem Ergebnis der Prüfung und einer kurzen Erwiderung, ein. All diejenigen, die über die Kormoranproblematik gut informiert sind, etwa auch über unserer Web-Seiten, werden nicht glauben können, dass diese „Synopse“ von ministeriellen Experten erstellt wurde! Dennoch ist diese Antwort bereits durch den Umweltausschuss und die Ministerialverwaltung abgesegnet worden – und das schon im Herbst 2015.

Unser Verein lässt sich das nicht bieten, geht gegen den oder die Verfasser des Papiers vor und wandte sich später an alle Wasserverbände NRWs . Bitte lesen Sie dieses Rundschreiben samt Anlage genau, es geht um Bedeutendes. Unsere Adressaten, also die Wasserverbände, sind nämlich die ausführenden Organe, deren Arbeit und deren Investitionen zugunsten der Gewässerökologie und unserer Fischpopulationen von dieser ministeriellen Bewertung entscheidend konterkariert werden. Es ist eigentlich nicht vorstellbar, dass nur der FcK dieses erneute skandalöse ministerielle Fehlverhalten, das sich nicht wirklich mit Unwissenheit oder Fahrlässigkeit der Verfasser begründen lässt, aufdeckt, öffentlich macht und auch nach Kräften korrigieren lassen wird. Zwei der Verbände haben inzwischen geantwortet und erklärt, sie wären in der Sache (Kormoran-Prädation) nicht zuständig und auf die Einschätzung Dritter angewiesen. Die Verantwortung liegt also alleine im Ministerium.

Die vielen ehrenamtlich Engagierten unter uns, die sich demnächst wieder bei den Gewässerbaumaßnahmen im Detail vor Ort einbringen, ihre Freizeit opfern, sollten an dieser Stelle aufmerken, dieses böse Spiel nicht länger hinnehmen und dies auch bei jeder Gelegenheit deutlich kundtun. Es ist doch völlig klar, dass sich ohne Anerkennung der dramatischen Kormoran-Fraßschäden und ohne wirksame Gegenmaßnahmen, weder die Fischbestände noch der ökologische Zustand der Gewässer erholen werden, dass alle Hoffnung, alle Mühe vergebens sind! Was für ein Schaden für die Natur, für unsere Angelfreuden, welche Geldverschwendung.

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2015

Winter 2015/2016

Unser Verein beobachtet die Szene, vor allem, wie der unglückselige „Äschenhilfserlass“, auf dem sich die Politik und die Fischereiverbände ausruhen, wirken.

In zwei Landkreisen an der Sülz wird auf mehr als 10km wieder aktive Fischschutzjagd betrieben, auch wenn der nachgewiesene schlimme Prädationsdruck von Frühjahr und Sommer 2015 alle dort engagierten Natur- und Fischschützer extrem frustrierte. Der Lerneffekt der Kormorane ab Mitte September, schon nach den allerersten Schüssen, war hingegen direkt hochwirksam, man darf auf die Berichte von dort gespannt sein.

An der Diemel und an der Lenne gab es ebenfalls durch Jäger geschützte Abschnitte. Insgesamt kam der Erlass aber wieder kaum zur Anwendung, bedauerlich, nein skandalös, da dies durch die Restriktionen des Erlasses ganz offensichtlich beabsichtigt war. Wir hatte das sogleich nach Bekanntwerden des Erlasses deutlich gemacht und angeprangert, wie jedermann auf dieser Seite weiter oben nachlesen kann (siehe Frühjahr 2014).

Nicht zuletzt die Arbeiten unseres Vereins Fischschutz contra Kormoran befördern langsam aber stetig das Bewusstsein um den Kormoran-Skandal in Nordrhein-Westfalen:

Im Januar stellten die Kreisfischereiberater des Regierungsbezirks Köln, also die Gemeinschaft der amtlichen Experten vor Ort, offiziell fest, wie dramatisch die Kormoran-Fraßschäden vielerorts sind und wie unzulänglich der „Äschenhilfserlass“ des Landes ist. Es gab zu diesem Bericht keinerlei Widerspruch, im Gegenteil: Der Federführende, der Kreisfischereiberater im Rhein-Sieg-Kreis, wurde aufgefordert, der Bezirksregierung einen Forderungskatalog vorzulegen. Das ist geschehen; damit ist endlich die Tabuisierung der Kormoran-Problematik gebrochen!

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2014

Winter 2014/2015 und Frühjahr 2015

Die Landespolitiker der Regierungsparteien ebenso wie die Vertreter der Fischerei-verbände geben sich mit dem „Äschenhilfserlass“ des Remmel-Ministeriums zufrieden: „Mehr war politisch nicht zu erreichen“ ist die stereotype Aussage, ohne auch nur im Geringsten auf die skandalöse Entstehung, die absehbare Nutzlosigkeit und die Offenlegung all dessen durch unseren Verein einzugehen.

Auf der Grundlage des Erlasses beantragen einige wenigen Initiativen im Land bei den zuständigen Unteren Landschaftsbehörden (ULB) Abschussgenehmigungen zur letalen Vergrämung. Der Ausschluss aller Naturschutzgebiete im Erlass, der die ULBs rechtlich definitiv eigentlich in keiner Weise bindet, wird zumeist eben doch als Begründung für eine Ablehnung herangezogen; ebenso die Karte mit der „Äschen-schutzkulisse“, die jeder örtlichen Erfahrung und Kenntnis widerspricht und damit fachlich schlichtweg unbrauchbar ist.

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2013

Winter 2013/2014

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium beantwortet nach vier Monaten und einer Erinnerung endlich die Anfrage zur Risikoabschätzung bei dem Wanderfischprogramm. Auf Aal- und Maifischbesatz wird nicht eingegangen, der Kormoran wird in einem Atemzug mit dem Gänsesäger erwähnt. Es ist schon bemerkenswert, dass ein verantwortlicher, sehr angesehener Wissenschaftler relevante und völlig irrelevante Faktoren (Gänsesäger) ungewichtet nebeneinander platziert. Von einer vorliegenden ernsthaften, fundierten Risikoabschätzung der laufenden Besatzprogramme steht in diesem Schreiben im Übrigen nichts geschrieben; aber jetzt, 2013, denkt man wohl endlich darüber nach. Leider hatte uns das Ministerium gebeten, diese Korrespondenz nicht im Internet zu veröffentlichen; vorerst halten wir uns daran.

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2012

Winter 2012/2013:

Mitte Januar 2013 erhält der FcK auf Nachfrage eine förmliche Eingangsbestätigung der Dienstaufsichtsbeschwerde, Anfang Februar geht ein kurzes Schreiben des LANUV zum Stand der Bearbeitung ein. Der FcK ahnt Ungemach und richtet sogleich erneut einen offenen Brief an den Präsidenten des LANUV.

Dieser offene Brief kreuzte sich offensichtlich mit der Stellungnahme des LANUV zur Dienstaufsichtsbeschwerde. Wir haben die personenbezogenen Passagen darin geschwärzt, so dass auch dieses aufschlussreiche Schriftstück veröffentlicht werden kann. Es lohnt sich sehr, diese Ausführungen des LANUV-Präsidenten Dr. Bottermann genau zu betrachten! Bevor Sie sich allerdings durch die pseudowissenschaftlichen Ausführungen abschrecken lassen, wird hier ein interpretierender Leitfaden angeboten:

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2010

Herbst/Winter 2010:

Die Politik – zur Zeit der Minderheitsregierung SPD/GRÜNE – stellt fest, dass Ihnen für NRW bezüglich der Auswirkungen des Kormoranproblems Fakten fehlen: Also doch! Die Verantwortlichen im LANUV hatten sich hier nachweislich geirrt! Der FcK hält dies fest

Eine öffentliche Anhörung im zuständigen parlamentarischen Landtagsausschuss wird anberaumt, auch der FcK kann seine Expertise einbringen. Weiterlesen