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Appelle/Bitten an Europaabgeordnete zur Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – Appelle/Bitten an 10 engagierte Europaabgeordnete

Wie mehrfach berichtet , ist die Initiative «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) eine sehr gute Ausgangsbasis, um tatsächlich und zeitnah den längst überfälligen effektiven Fischschutz vor Kormoranfraß in Europa zu etablieren. Auch die Widerstände diverser NGOs (Non Government Organisations) und vor allem aber die erkennbar weiterhin ideologische Haltung der EU-Kommission sind auf diesen Web-Seiten aufgezeigt und hinreichend kommentiert worden.

Dieser Beitrag informiert über aktuelle Schritte unseres Vereins, dem CMP zum Durchbruch zu verhelfen.

Das Europaparlament (EP) hatte von der EU-Kommission bereits mehrfach unmissverständlich wirksame Maßnahmen gegen Kormoranfraßschäden gefordert, bislang vergebens. Im Juni 2025 ergriffen mit Blick auf den CMP-Entwurf der EIFAAC erneut zehn Europaabgeordnete die Initiative mit einem Offenen Brief an die EU-Kommission.

Auf diesen Abgeordneten ruhen nun die Hoffnungen.

Unter engem Bezug auf das sehr bedeutende Schreiben des europäische Dachverbands Europêche (ASSOCIATION OF NATIONAL ORGANISATIONS OF FISHING ENTERPRISES IN THE EU) an die Präsidentin der EU-Kommission Frau von der Leyen von Oktober 2025 appellierte der Verein Fischschutz contra Kormoran e.V. an diese engagierten Abgeordneten.

Hier ist dieses Schreiben vom 24. Januar 2026.

Es wird insbesondere deutlich gemacht, dass die erkennbar ideologisch getriebenen Akteure einiger NGOs, vor allem aber auch solche innerhalb der EU-Kommission selbst, mit ihrem unverantwortlichen Handeln zwingend rigoros gestoppt werden müssen! Das hatte bereits Europêche so klar wie noch nie gefordert und deshalb zugleich Frau von der Leyen aufgefordert, den CMP diesbezüglich zur Chefsache zu machen – angesichts der Schadensdimension.

 

Bereite kurz darauf war es unerlässlich, diese zehn zu dem Kormoranskandal engagierten Europaabgeordneten erneut anzuschreiben, da

1. im Februar wurde ein Briefing „Impact of cormorant predation on EU fisheries and aquaculture“ des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments(EPRS) veröffentlicht, erstellt im Auftrag der Fischerei-Kommission des EPs. Dieses im Grundsatz gute Papier musste zwingend kommentiert und mit wenigen, aber gewichtigen Korrekturen/Ergänzungen versehen werden;

2. uns zugleich  eine Kopie der Antwort der EU-Kommission auf das wirklich bedeutende Schreiben von Europêche erreichte – eine Antwort nach vier Monaten! Wir kommentierten den Europaabgeordneten diese Antwort im Zuge dieses 2. Schreibens , auch wenn das selbstverständlich primär Sache von Europêche selbst ist.

Schon der zweite Satz der Antwort offenbart die unveränderte, unverantwortliche, unangemessene sowie folgenschwere Position der EU-Kommission:

“The Commission fully acknowledges the challenges posed by the increasing populations of Great Cormorant in specific regions, which have led to conflicts with commercial fisheries, aquaculture, and recreational angling.”

Mit anderen Worten besagt das, dass die EU-Kommission weiterhin ignorant und arrogant

  • die ganze Dimension des EIFAAC Cormorant Management Plan (CMP) samt der wichtigen konkreten Ergänzungen von Europêche ignoriert und
  • die zweifelsfrei dokumentierten durch den Kormoran verursachten diversen und schweren Prädationsschäden an natürlichen Fischpopulationen und aquatischen Ökosystemen quer durch Europa sowie
  • den finanziell enormen Seiteneffekt durch das Verfehlen der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien – europaweit in dreistelliger Milliardenhöhe – gar nicht erst zur Kenntnis nimmt.

Die hier offenbarte Einstellung der Kommission lässt schon erwarten, wie begrenzt und harmlos die von diesen Herrschaften vorgesehenen Maßnahmen sein würden, den Prädationsdruck des Kormorans zu mildern. Es lohnt sich tatsächlich nicht, sich mit den hier von der Kommission aufgelisteten Maßnahmen überhaupt zu beschäftigen.

Offensichtlich wurde diese Antwort der EU-Kommission in der DG ENV (Generaldirektion Umwelt) verfasst, ohne die dort auch angesiedelten Vertreter des Fischschutzes und die Verantwortlichen für die Wasserrahmenrichtlinien einzubinden!

Das Schreiben offenbart leider wieder sehr deutlich, wie unverantwortlich die EU-Kommission aus nicht nachvollziehbaren – wohl rein ideologischen Gründen – mit grundlegenden, unbestreitbar sehr wichtigen, allgemein anerkannten Zielen, nämlich intakter aquatischer Ökosystemen, Biodiversität und zugleich mit Nahrungsmittelsicherheit und -autonomie und nicht zuletzt Arbeitsplätzen umgeht.

Diese Ignoranz führt im Übrigen zudem unmittelbar zu Verletzungen eigener europäischer Richtlinien und zum Verfehlen selbstgesteckter Ziele.

 

Dieser 2. Brief an diese Abgeordneten des Europaparlaments vom 3. März 2026 wurde vom Verband Hessischer Fischer e.V. mitgezeichnet, weil deren Experten beim Verfassen entscheidend beitrugen. Es ist übrigens sehr empfehlenswert, den ganzen Brief zu lesen, KI ermöglicht bei Bedarf leicht eine gute Übersetzung in die Deutsche Sprache.

 

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – auf dem Weg zum Abstellgleis?

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – auf dem Weg zum Abstellgleis?

Wie berichtet sehen wir in der Initiative «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) eine sehr gute Basis, um tatsächlich und zeitnah einen effektiven Fischschutz vor Kormoranfraß zu etablieren. Dazu müssten nach unserer Überzeugung zwingend noch einige Änderungen/Ergänzungen eingebaut werden, die vom Deutschen Fischereiverband (DFV) und unserem Verein Fischschutz contra Kormoran (FScKorm bzw. FPcC) vorgelegt, aber bislang nicht übernommen worden waren.

Wir mussten im Oktober dann melden, dass NGOs (Non Government Organisations) aus dem Natur- und Vogelschutz den Stopp der EIFAAC CMP-Initiative verlangten.

Da dies angesichts der diversen und schweren Fraßschäden inzwischen schlichtweg unverantwortlich ist, reagiert, vom DFV vorbereitet, der europäische Dachverband Europêche (ASSOCIATION OF NATIONAL ORGANISATIONS OF FISHING ENTERPRISES IN THE EU) unmissverständlich:

Europêche schreibt die Präsidentin der EU-Kommission, Frau von der Leyen am 17.10.2025 an. Uns liegt dieses Schreiben vor. Da es bisher nicht „offiziell“ im Internet präsent ist, verzichten wir darauf, es hier zu publizieren. Europêche spricht Klartext, beschreibt die Notwendigkeit des CMP, die nachzubessernden Aspekte, nicht zuletzt die enorme Schadenshöhe (dreistellige Milliarden europaweit, durch die Hebelwirkung des Versagens der Wasserrahmenrichtlinien). Überzeugend und ungemein wichtig ist, das Europêche die ganz offensichtlich ideologisch motivierten Bestrebungen starker Kräfte bei den NGOs sowie – erkennbar und fatal zugleich – auch in der EU-Kommission selbst anspricht. Europêche fordert deshalb, das Kormoran-Thema zur Chef-Sache zu machen.

Dieses Schreiben von Europêche ist nach unserer Überzeugung hervorragend, jeder Satz ist lesenswert. Die wenigen aber sehr bedeutenden Änderungsforderungen an den CMP sind zwingend.

Derweil werden mehrere andere Aktivitäten der EU-Kommission (oder von ihr befördert) zum Kormoran-Konflikt bekannt, die allesamt keinen Bezug zu der EIFAAC-Initiative und dem solide erarbeiteten CMP-Dokument nehmen und in keiner Weise der Dramatik und der Bedeutung des Ganzen gerecht werden.

  • Ein Treffen der „Expert Group on the Birds and Habitats Directives“ (NADEG) am 25. November 2025 im Zuge der abschließenden Überarbeitung der  „Guidance on the general system of protection of bird species under Articles 5 and 9 of the Birds Directive (2009/147/EC)“. Das Ganze Vorhaben – ohne jeden Bezug zu den CMP-Arbeiten – ist in keiner Weise geeignet, die Kormoranfraßschäden wie zwingend notwendig und bereits vom EU-Parlament wiederholt unmissverständlich gefordert, zu reduzieren.
  • Ein Treffen mit den Mitgliedsstaaten organisiert von der EU-Kommission, GD Umwelt, am 28. Oktober 2025. Wir kennen kein Protokoll, allerdings Präsentationen der Universität Aalborg für das Treffen: „Structured dialogue with Member States on managing Great Cormorant conflicts“.  Graphisch hervorragend, inhaltlich völlig harmlos, verwirrend, ohne Erwähnung des CMP, der Lage und heutigen Beweislage in keiner Weise angemessen (leider nicht im Internet verfügbar).

 

Nach Kenntnis dieser Einladung schreibt unser Verein unverzüglich den Bundeskanzler an, Kopien an Umweltminister Carsten Schneider, Landwirtschaftsminister Alois Rainer sowie einige einschlägig engagierte Abgeordnete: Ziel ist, ab sofort und zwingend schon für diese Besprechung der EU-Kommission beim Kormoran keine ideologische Argumentation mehr zuzulassen und grundsätzlich auch keine Aktivitäten zu dulden, die die solide Dokumentation der Lage und der Fraßschäden durch die EIFAAC nicht berücksichtigt.

 

Dieser «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC ist für die Bundesregierung nach dem CDU-Antrag aus März 2024 und der nachfolgenden Expertenanhörung am 26.06.2024 eine Steilvorlage sondergleichen:

Jedes Infragestellen der Kausalitäten, Fordern weiterer Beweise, Herunterspielen der diversen Schäden ist fortan unseriös, unverantwortlich und schlichtweg nicht weiter zu dulden.

Wie Europêche schreibt, ist unverständlich und traurig zugleich, wie Natur- und Vogelschutzorganisationen ganz offensichtlich an breiter Front bisher derart verantwortungslos mit der aquatischen Fauna, mit Biodiversität und in Folge auch Nahrungsmittelsicherheit, -souveränität bis hin zu Arbeitsplätzen umgehen. Beispiele gibt es zuhauf durch lokale/regionale Vertreter in der Presse, wenn es um den Kormoran geht. Wie kann das sein?

Auch für die EU-Kommission wird dieser CMP mit den wichtigen von Europêche eingebrachten Ergänzungen – wie eine Metastudie – bei der Implementierung einer wirksamen Lösung des Kormoranproblems einen Eckpfeiler darstellen. Alles andere wäre ein Skandal!

 

Was ist zu tun? Unsere Verbände, auch wir, der FScKorm, vor allem aber das EU-Parlament mit den zum Kormoran federführend engagierten Abgeordneten, müssen den CMP durchsetzen und zum Erfolg führen. Das gilt zwingend auch für die Anwälte der Fischfauna innerhalb der EU-Kommission, zuvorderst in der DG Environment, dort, ebenfalls zwingend, die für den Erfolg der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien verantwortlichen Akteure.

Alle Bemühungen, diese EIFAAC-Initiative doch noch zu stoppen, entbehren einer seriösen Grundlage. Wie kann es auch anders sein, wenn Fakten und nicht Ideologie zählen?

 

Natur- und Vogelschutzorganisationen verlangen, die Kormoranmanagement-Initiative der EIFAAC zu stoppen

Natur- und Vogelschutzorganisationen fordern Frau von der Leyen auf, die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC zu stoppen 

Wie berichtet sehen wir Bedarf, den vorliegenden im Ansatz sehr guten «European Cormorant Management Plan» (CMP)  der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) zu ertüchtigen, um damit tatsächlich und zeitnah effektiven Fischschutz vor Kormoranfraßdruck zu etablieren.

Mit Macht schreiten jetzt aber die NGOs (non government organisations) überraschend ein:

Wetland International schreibt im Namen von mehr als 35 Natur- und Vogelschutzorganisationen die Präsidentin der Europäischen Kommission, Frau von der Leyen an und fordert sie auf,  die gesamte Initiative zu stoppen:

European Cormorant Management Plan – Letter to the European Commission

Auch die FAO der Vereinten Nation (dazu gehört die EIFAAC) erhält einen einschlägigen Brief:

European Cormorant Management Plan – Letter to the FAO (United Nations)

Dazu noch eine etwa 300-seitige Anlage, mit der sich u.E. nicht jeder zwingend befassen muss:

Appendices – Great Cormorant letter to the FAO

 

Auf eine inhaltliche Bewertung der Wetland-Schreiben, das erneute grundsätzliche Infragestellen, wollen wir hier verzichten.

Bemerkenswert ist, dass sich der World Wildlife Fund (WWF) dieser Aktion offensichtlich nicht angeschlossen hat!

Auf Antrag Schwedens hatte sich übrigens am 23. September der zuständige Fachausschuss des Europarates mit der Schadensdimensionen des Kormorans befasst: Alle EU-Mitgliedsstaaten, deren Vertreter sich zu Wort meldeten, bestätigten die Relevanz – auch Deutschland. Wetland erwähnt diese Sitzung und tut sie lapidar als erfolgreiche Lobby-Arbeit von EIFAAC ab…

Schon die Beiträge  der diversen NGOs, auch Wetland Int., im Zuge der Arbeiten am CMP, siehe  Feedback Table of comments received on EIFAAC/2025/2  sprachen für sich. Wir berichteten.

Bleibt zu hoffen, dass die EIFAAC, die einschlägig aktiven Abgeordneten des Europa-Parlaments und die Vertreter der Fischerei, auch unsere deutschen Verbände, auf der Basis der glasklaren Beweislage überzeugend und verantwortlich gegenhalten, nein vielmehr den bestehenden CMP-Entwurf ertüchtigen und zum Erfolg führen. Unser Verein Fischschutz contra Kormoran e.V. , gerne mit FScKorm oder auf Englisch FPcC abgekürzt, wird nach Kräften zuarbeiten und unterstützen.