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Appelle/Bitten an Europaabgeordnete zur Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – Appelle/Bitten an 10 engagierte Europaabgeordnete

Wie mehrfach berichtet , ist die Initiative «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) eine sehr gute Ausgangsbasis, um tatsächlich und zeitnah den längst überfälligen effektiven Fischschutz vor Kormoranfraß in Europa zu etablieren. Auch die Widerstände diverser NGOs (Non Government Organisations) und vor allem aber die erkennbar weiterhin ideologische Haltung der EU-Kommission sind auf diesen Web-Seiten aufgezeigt und hinreichend kommentiert worden.

Dieser Beitrag informiert über aktuelle Schritte unseres Vereins, dem CMP zum Durchbruch zu verhelfen.

Das Europaparlament (EP) hatte von der EU-Kommission bereits mehrfach unmissverständlich wirksame Maßnahmen gegen Kormoranfraßschäden gefordert, bislang vergebens. Im Juni 2025 ergriffen mit Blick auf den CMP-Entwurf der EIFAAC erneut zehn Europaabgeordnete die Initiative mit einem Offenen Brief an die EU-Kommission.

Auf diesen Abgeordneten ruhen nun die Hoffnungen.

Unter engem Bezug auf das sehr bedeutende Schreiben des europäische Dachverbands Europêche (ASSOCIATION OF NATIONAL ORGANISATIONS OF FISHING ENTERPRISES IN THE EU) an die Präsidentin der EU-Kommission Frau von der Leyen von Oktober 2025 appellierte der Verein Fischschutz contra Kormoran e.V. an diese engagierten Abgeordneten.

Hier ist dieses Schreiben vom 24. Januar 2026.

Es wird insbesondere deutlich gemacht, dass die erkennbar ideologisch getriebenen Akteure einiger NGOs, vor allem aber auch solche innerhalb der EU-Kommission selbst, mit ihrem unverantwortlichen Handeln zwingend rigoros gestoppt werden müssen! Das hatte bereits Europêche so klar wie noch nie gefordert und deshalb zugleich Frau von der Leyen aufgefordert, den CMP diesbezüglich zur Chefsache zu machen – angesichts der Schadensdimension.

 

Bereite kurz darauf war es unerlässlich, diese zehn zu dem Kormoranskandal engagierten Europaabgeordneten erneut anzuschreiben, da

1. im Februar wurde ein Briefing „Impact of cormorant predation on EU fisheries and aquaculture“ des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments(EPRS) veröffentlicht, erstellt im Auftrag der Fischerei-Kommission des EPs. Dieses im Grundsatz gute Papier musste zwingend kommentiert und mit wenigen, aber gewichtigen Korrekturen/Ergänzungen versehen werden;

2. uns zugleich  eine Kopie der Antwort der EU-Kommission auf das wirklich bedeutende Schreiben von Europêche erreichte – eine Antwort nach vier Monaten! Wir kommentierten den Europaabgeordneten diese Antwort im Zuge dieses 2. Schreibens , auch wenn das selbstverständlich primär Sache von Europêche selbst ist.

Schon der zweite Satz der Antwort offenbart die unveränderte, unverantwortliche, unangemessene sowie folgenschwere Position der EU-Kommission:

“The Commission fully acknowledges the challenges posed by the increasing populations of Great Cormorant in specific regions, which have led to conflicts with commercial fisheries, aquaculture, and recreational angling.”

Mit anderen Worten besagt das, dass die EU-Kommission weiterhin ignorant und arrogant

  • die ganze Dimension des EIFAAC Cormorant Management Plan (CMP) samt der wichtigen konkreten Ergänzungen von Europêche ignoriert und
  • die zweifelsfrei dokumentierten durch den Kormoran verursachten diversen und schweren Prädationsschäden an natürlichen Fischpopulationen und aquatischen Ökosystemen quer durch Europa sowie
  • den finanziell enormen Seiteneffekt durch das Verfehlen der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien – europaweit in dreistelliger Milliardenhöhe – gar nicht erst zur Kenntnis nimmt.

Die hier offenbarte Einstellung der Kommission lässt schon erwarten, wie begrenzt und harmlos die von diesen Herrschaften vorgesehenen Maßnahmen sein würden, den Prädationsdruck des Kormorans zu mildern. Es lohnt sich tatsächlich nicht, sich mit den hier von der Kommission aufgelisteten Maßnahmen überhaupt zu beschäftigen.

Offensichtlich wurde diese Antwort der EU-Kommission in der DG ENV (Generaldirektion Umwelt) verfasst, ohne die dort auch angesiedelten Vertreter des Fischschutzes und die Verantwortlichen für die Wasserrahmenrichtlinien einzubinden!

Das Schreiben offenbart leider wieder sehr deutlich, wie unverantwortlich die EU-Kommission aus nicht nachvollziehbaren – wohl rein ideologischen Gründen – mit grundlegenden, unbestreitbar sehr wichtigen, allgemein anerkannten Zielen, nämlich intakter aquatischer Ökosystemen, Biodiversität und zugleich mit Nahrungsmittelsicherheit und -autonomie und nicht zuletzt Arbeitsplätzen umgeht.

Diese Ignoranz führt im Übrigen zudem unmittelbar zu Verletzungen eigener europäischer Richtlinien und zum Verfehlen selbstgesteckter Ziele.

 

Dieser 2. Brief an diese Abgeordneten des Europaparlaments vom 3. März 2026 wurde vom Verband Hessischer Fischer e.V. mitgezeichnet, weil deren Experten beim Verfassen entscheidend beitrugen. Es ist übrigens sehr empfehlenswert, den ganzen Brief zu lesen, KI ermöglicht bei Bedarf leicht eine gute Übersetzung in die Deutsche Sprache.

 

Was geschah im Frühjahr 2025 an der Nister in Stein-Wingert?

Was geschah im Frühjahr 2025 an der Nister in Stein-Wingert?

Seit Jahren wurden die Arbeiten und Veröffentlichungen der ARGE Nister in Kooperation mit der Universität Koblenz zur Gewässerökologie und den Effekten des Kormorans von uns interessiert verfolgt und immer wieder verlinkt. Sie brachten u.E. entscheidend wichtige Erkenntnisse auch zu komplexen Fragestellungen, waren schlüssig und nachvollziehbar, auch für den interessierten Laien. Krau, F; Fetthauer, M. (2011), Schneider et al. (2015), Gerke et al. (2020)

Deutschlandweit sichtbar war die Verleihung des DWA Gewässerentwicklungspreises im Jahr 2023; dann, am 26.06.2024 ein weiterer Meilenstein: Der Beitrag von Frau PD Dr. C. Winkelmann zu der Expertenbefragung im Umweltausschuss des Bundestages am 26.06.2024 zur Kormoran-Problematik.

Zig Teilnehmer von Wissenschaftlern, Naturfreunden und Politikern (z.B. auch die ehemal. Bundesumweltministerin Steffi Lemke) sahen über Jahre hinweg bei Exkursionen mit eigenen Augen an der Straßenbrücke in Stein-Wingert die hohe Fischdichte, die Artenvielfalt, beeindruckende Schulen von Nasen (Chondrostoma nasus), alles Wildfische, nicht ein Besatzfisch. Alleine die jahrelange ganzjährige Vergrämung anfliegender Kormoranschwärme hatte diese völlig gesunde, in der Region einzigartige Fischfauna entstehen lassen. Die Zusammenhänge von Prädatoren, Fischen, Muscheln, Algen, Kleinlebewesen, Wasserqualität etc. wurden völlig schlagend am Objekt erläutert, viele wertvolle Veröffentlichungen hatten hier ihren Forschungsgrund.

Dann jedoch bei einem zufälligen sonntäglichen Besuch eines FScKorm-Mitglieds am 16. März 2025, eine Woche später ein weiterer: Trotz bester Sichtigkeit der Nister war von der Brücke aus nicht ein Fisch zu sehen! Das Flussbett genau so fischleer, wie wir es von vielen Flüssen kennen, landauf, landab.

Wir wissen nicht, was geschehen war. Bis heute fanden wir auch keine offizielle Stellungnahme dazu.

Bekannt war, dass an der Nister im Zusammenhang mit dem Forschungsvorhaben ProtectFish Teilbereiche durch Überspannen (s. Fotos, aufgenommen am 16.03.) gegen Kormoran-Fraßdruck geschützt werden würde.

Nister Überspann Mar-2025 Bild1
Nister Überspann Mar-2025 Bild2

Hatte man die bewährte, bisherige Kormoran-Vergrämung wegen der neuen Alternativen, dem Überspannen, aufgegeben? Hatte das Überspannen versagt? Oder gab es eine andere Ursache, etwa doch ein fatales Fischsterben? Was übersehen wir?

Der Vorsitzende der ARGE Nister, Manfred Fetthauer und der Naturfilmer Stefan Tannenberg hatten uns noch im Februar 2025 für einen Vortrag bei dem Fischschutzverein Siegburg Ausschnitte von Unterwasservideos „Fische im Winterquartier – Beobachtungszeitraum 2019 bis 2025“ überlassen. Daraus hatten wir mit Genehmigung ein paar Standbilder genommen und bei dem Vortrag im März in Siegburg genutzt.

Die sind jetzt hier eingestellt: Ganz viel Fisch muss also selbst im Februar 2025 noch gelebt haben.

 

Was für ein ökologischer Schaden, was für eine Tragik, dass diese gesunde lokale Fischpopulation der Nister in Stein-Wingert mutmaßlich ausgelöscht worden ist.

Schon alleine das Ereignis an sich, das Verschwinden von hunderten Kilo Fisch, auch gefährdeter Arten, mutmaßlich durch Kormoranfraß binnen weniger Tage, wäre ein wichtiges Ereignis, das zwingend dokumentiert werden muss. Es wäre ein herausragender weiterer, hochaktueller Beweis für die Kausalitäten und für das Gefährdungspotenzial, das von P. c. sinensis ausgeht. Diese Tatsache müsste zwingend und sofort publiziert, etwa auch allen Akteuren der EIFAAC-Initiative Cormorant Management Plan (CMP) an die Hand gegeben werden.

Man muss sich fragen, ob dieser zu befürchtende eklatante Vorfall an der Nister denn der Amtseite nicht bekannt ist, etwa den verantwortlichen Fischschützern der SGD Nord (Struktur und Genehmigungsdirektion Nord), so dem Fischereireferenten R. Mauden, ob bereits Nachforschungen ausgelöst wurden. Muss nicht eine Staatsanwaltschaft von Amtswegen tätig werden, wie es bei Umweltdelikten, bei Fischsterben selbstverständlich ist?

In wenigen Wochen wird in Rheinland-Pfalz gewählt: Wurde die grüne Umweltministerin Katrin Eder bis heute nicht über diesen mutmaßliche Verlust eines wichtigen ökologischen Kleinodes ihres Landes in Kenntnis gesetzt?

Heute sind vermutlich nur noch wenige Exemplare autochthoner Fischarten dort in der Nister. Daher sind die einfliegenden Kormorane bereits darauf angewiesen, auf die für sie mühsam zu fangenden Jungnasen auszuweichen:

 

Um satt zu werden müssen es täglich ziemlich viele sei, das wiederum sind die Elterntiere der nächsten Nasengenerationen! Der völlige Zusammenbruch nimmt seinen Lauf!

 

 

 

Es wäre erfreulich, wenn sich unsere zufällige Beobachtung als großer Irrtum erweisen würde, welcher Art auch immer.

Andernfalls ist die Frage nach Verursachern, Verantwortlichen zu stellen – und vor allem, wer und wie schnellstmöglich die frühere bestens dokumentierten gesunde aquatische Lebensgemeinschaft der Nister in Stein-Wingert wiederherstellt.

 

Übrigens: Statt an der Nister schützt dieses Wissenschaftler-Team von ProtectFish nun Abschnitte an den Flüsschen Asdorf, Eder, Kyll, Ruwer und Salm. Wir wünschen Erfolg, nämlich den zwingend notwendigen echten 365/24-Fraßschutz stabil realisieren zu können, trotz der weiten Wege und vermutlich geringer menschlicher Präsenz vor Ort.

 

Dieser Beitrag ist Achim Müller * 3. Januar 1960  † 9. September 2025 gewidmet.

Achim war ein Fischfreund durch und durch. Er hatte die Probleme des Prädationsdrucks auf die Fischarten seiner Heimatgemeinde verstanden und wollte sich, wenn im Ruhestand, für eine Lösung mit einbringen. Sein so früher Tod ließ das leider nicht zu.

Im Sinne von Achim war beim Abschiednehmen anstelle von Blumen und Kränzen um eine Spende an die Arge Nister / Obere Wied e.V. gebeten worden.

 

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – auf dem Weg zum Abstellgleis?

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – auf dem Weg zum Abstellgleis?

Wie berichtet sehen wir in der Initiative «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) eine sehr gute Basis, um tatsächlich und zeitnah einen effektiven Fischschutz vor Kormoranfraß zu etablieren. Dazu müssten nach unserer Überzeugung zwingend noch einige Änderungen/Ergänzungen eingebaut werden, die vom Deutschen Fischereiverband (DFV) und unserem Verein Fischschutz contra Kormoran (FScKorm bzw. FPcC) vorgelegt, aber bislang nicht übernommen worden waren.

Wir mussten im Oktober dann melden, dass NGOs (Non Government Organisations) aus dem Natur- und Vogelschutz den Stopp der EIFAAC CMP-Initiative verlangten.

Da dies angesichts der diversen und schweren Fraßschäden inzwischen schlichtweg unverantwortlich ist, reagiert, vom DFV vorbereitet, der europäische Dachverband Europêche (ASSOCIATION OF NATIONAL ORGANISATIONS OF FISHING ENTERPRISES IN THE EU) unmissverständlich:

Europêche schreibt die Präsidentin der EU-Kommission, Frau von der Leyen am 17.10.2025 an. Uns liegt dieses Schreiben vor. Da es bisher nicht „offiziell“ im Internet präsent ist, verzichten wir darauf, es hier zu publizieren. Europêche spricht Klartext, beschreibt die Notwendigkeit des CMP, die nachzubessernden Aspekte, nicht zuletzt die enorme Schadenshöhe (dreistellige Milliarden europaweit, durch die Hebelwirkung des Versagens der Wasserrahmenrichtlinien). Überzeugend und ungemein wichtig ist, das Europêche die ganz offensichtlich ideologisch motivierten Bestrebungen starker Kräfte bei den NGOs sowie – erkennbar und fatal zugleich – auch in der EU-Kommission selbst anspricht. Europêche fordert deshalb, das Kormoran-Thema zur Chef-Sache zu machen.

Dieses Schreiben von Europêche ist nach unserer Überzeugung hervorragend, jeder Satz ist lesenswert. Die wenigen aber sehr bedeutenden Änderungsforderungen an den CMP sind zwingend.

Derweil werden mehrere andere Aktivitäten der EU-Kommission (oder von ihr befördert) zum Kormoran-Konflikt bekannt, die allesamt keinen Bezug zu der EIFAAC-Initiative und dem solide erarbeiteten CMP-Dokument nehmen und in keiner Weise der Dramatik und der Bedeutung des Ganzen gerecht werden.

  • Ein Treffen der „Expert Group on the Birds and Habitats Directives“ (NADEG) am 25. November 2025 im Zuge der abschließenden Überarbeitung der  „Guidance on the general system of protection of bird species under Articles 5 and 9 of the Birds Directive (2009/147/EC)“. Das Ganze Vorhaben – ohne jeden Bezug zu den CMP-Arbeiten – ist in keiner Weise geeignet, die Kormoranfraßschäden wie zwingend notwendig und bereits vom EU-Parlament wiederholt unmissverständlich gefordert, zu reduzieren.
  • Ein Treffen mit den Mitgliedsstaaten organisiert von der EU-Kommission, GD Umwelt, am 28. Oktober 2025. Wir kennen kein Protokoll, allerdings Präsentationen der Universität Aalborg für das Treffen: „Structured dialogue with Member States on managing Great Cormorant conflicts“.  Graphisch hervorragend, inhaltlich völlig harmlos, verwirrend, ohne Erwähnung des CMP, der Lage und heutigen Beweislage in keiner Weise angemessen (leider nicht im Internet verfügbar).

 

Nach Kenntnis dieser Einladung schreibt unser Verein unverzüglich den Bundeskanzler an, Kopien an Umweltminister Carsten Schneider, Landwirtschaftsminister Alois Rainer sowie einige einschlägig engagierte Abgeordnete: Ziel ist, ab sofort und zwingend schon für diese Besprechung der EU-Kommission beim Kormoran keine ideologische Argumentation mehr zuzulassen und grundsätzlich auch keine Aktivitäten zu dulden, die die solide Dokumentation der Lage und der Fraßschäden durch die EIFAAC nicht berücksichtigt.

 

Dieser «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC ist für die Bundesregierung nach dem CDU-Antrag aus März 2024 und der nachfolgenden Expertenanhörung am 26.06.2024 eine Steilvorlage sondergleichen:

Jedes Infragestellen der Kausalitäten, Fordern weiterer Beweise, Herunterspielen der diversen Schäden ist fortan unseriös, unverantwortlich und schlichtweg nicht weiter zu dulden.

Wie Europêche schreibt, ist unverständlich und traurig zugleich, wie Natur- und Vogelschutzorganisationen ganz offensichtlich an breiter Front bisher derart verantwortungslos mit der aquatischen Fauna, mit Biodiversität und in Folge auch Nahrungsmittelsicherheit, -souveränität bis hin zu Arbeitsplätzen umgehen. Beispiele gibt es zuhauf durch lokale/regionale Vertreter in der Presse, wenn es um den Kormoran geht. Wie kann das sein?

Auch für die EU-Kommission wird dieser CMP mit den wichtigen von Europêche eingebrachten Ergänzungen – wie eine Metastudie – bei der Implementierung einer wirksamen Lösung des Kormoranproblems einen Eckpfeiler darstellen. Alles andere wäre ein Skandal!

 

Was ist zu tun? Unsere Verbände, auch wir, der FScKorm, vor allem aber das EU-Parlament mit den zum Kormoran federführend engagierten Abgeordneten, müssen den CMP durchsetzen und zum Erfolg führen. Das gilt zwingend auch für die Anwälte der Fischfauna innerhalb der EU-Kommission, zuvorderst in der DG Environment, dort, ebenfalls zwingend, die für den Erfolg der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien verantwortlichen Akteure.

Alle Bemühungen, diese EIFAAC-Initiative doch noch zu stoppen, entbehren einer seriösen Grundlage. Wie kann es auch anders sein, wenn Fakten und nicht Ideologie zählen?

 

Große Sorgen um die Initiative der EIFAAC für eine europaweites Kormoranmanagement

Große Sorgen um die Initiative der EIFACC für ein europaweites Kormoranmanagement

Wie berichtet setzen wir in die EIFAAC-Initiative (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) zur längst überfälligen energischen Reduktion der europaweiten Kormoranpopulation große Hoffnungen. Nach Kräften hatten wir auch zugearbeitet.

Inzwischen ist eine neue Version des «European Cormorant Management Plan» (CMP)  veröffentlicht, dazu eine „Feedback Table“ mit eingegangenen Kommentaren/Änderungsvorschlägen:

Aber, aber: Es ist zu vermuten, dass wieder einmal starke bremsende Kräfte einen wirksamen Fischschutz verhindern, zumindest vertagen. Dafür gibt es im vorliegenden Dokument einige klare Anhaltspunkte. Für uns ist ein sehr wichtiges Indiz, dass unsere Anregungen – trotz des guten, vielversprechenden und einvernehmlichen Austauschs mit den drei Autoren – allesamt völlig überraschend doch nicht übernommen worden sind. Einige unserer Beiträge sind immerhin dokumentiert in der o.a. Feedback Table bei Germany / FPcC (FishProtection contra Cormorant).

Dort in der Feedback Table steht vermutlich der entscheidende Satz, der das Potenzial hat, die gesamte Initiative wirkungs- und wertlos werden zu lassen:

„Furthermore, it is important to work together to reduce cormorant predation pressure on the fish stocks and achieved the balanced outcomes to ensure all parties are working in harmony.“

So wird angesichts der unverkennbar ideologischen Einstellung und dem starren, unverantwortlichen Handeln der „Gegenseite“, ganz sicher wieder kein Durchbruch erzielt – und das trotz der nun, im Jahr 2025, gegebenen erdrückend klaren Beweislage über die diversen und schweren Fraßschäden. Es ist unfassbar, dies heute wieder zu beobachten – so wie von Beginn des Skandals an, auf allen Ebenen und wie, nicht zuletzt durch uns, zig-fach berichtet worden war. 

Vielleicht will die große, bedeutende FaO der Vereinten Nationen, die gewiss ständig an diversen Fronten mit Naturschutzverbänden ringt, diesen Kampf für die Fischfaunen durch ihre Unterorganisation EIFAAC nicht aufnehmen, so begründet und notwendig es auch sein mag. Der Fischschutz und die Wiederherstellung der aquatischen Biodiversität in zig Gewässern scheinen dann erneut faktisch auf dem Opferaltar des ideologischen Naturschutzes zu landen.

In einem eigenen Beitrag werden hier alsbald unsere eingebrachten Vorschläge veröffentlicht, die leider, leider in dem aktuellen Entwurf nicht enthalten sind. Es ist nach unserer Überzeugung tatsächlich unverantwortlich, dass diese teils gravierenden Aspekte den Entscheidern aus Politik und Regierungsverantwortlichen offensichtlich vorenthalten werden sollen.

Wenn dieser Plan für ein Kormoranmanagement nicht entscheidend nachgebessert wird, muss es anderweitig gelingen, die Entscheider von EU-Parlament, vor allem die Autoren  des Offenen Brief an die EU-Kommission , und natürlich die Schlüsselpersonen in der EU-Kommission selbst über diese schwerwiegenden Unzulänglichkeiten dieses CMPs zu informieren. Das wird alles andere als einfach.

 

Die Initiative für ein europaweites Kormoranmanagement der EIFAAC

Die Initiative für ein europaweites Kormoranmanagement der EIFAAC

Die EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission), angesiedelt unter dem Dach der Food and Agriculture Organization der United Nations, hat eine breit angelegte europaweite Initiative wegen der enormen und diversen Kormoranfraßschäden ins Leben gerufen.  Ziel ist, einen «European Cormorant Management Plan» (CMP) zu entwickeln.

Eine gute, aktuelle kurze Schilderung dieser wichtigen und vielversprechenden Initiative findet man bei dem DAFV (Deutschen Angelfischer-Verband e.V.)

Unser Verein bringt sich nach Kräften ein: Wir haben an den drei bisher durchgeführten Konferenzen online teilgenommen und mehrmals schriftlich zugearbeitet, vor allem durch u.E. entscheidend wichtigen Ergänzungen der bisherigen Entwürfen des CMP.

Man muss feststellen, dass es aus Deutschland nur wenig Input zu diesem für unsere geschundenen Fischpopulationen von Flensburg bis Konstanz so vielversprechende Projekt gibt. Neben den Wortbeiträgen zu den Konferenzen offenbart das z.B. auch ein Blick auf die veröffentlichte „Feedback Table“ zum 1. Entwurf.

Tragisch, von womöglich entscheidender Bedeutung und schwer zu bekämpfen/abzustellen ist jedoch das Folgende:

Es ist unverkennbar, wie Naturschutzorganisationen zu dem CMP machtvoll wirken, um die Problematik erneut, trotz der heute unbestreitbar klaren Faktenlage, kleinzureden, das Verfahren wo möglich, etwa durch formale oder verfahrenstechnische Argumente zu behindern/abzuwürgen. Akribisch werden ausgewählte Literaturstellen, die einem Berg einschlägiger Referenzen gegenüber stehen, dem Entwurf aufgezwängt. Vorgeschlagene „weichspülenden“ Formulierungen entwickeln ein verharmlosendes Bild – in einem Papier der EIFAAC! Hier scheinen Stäbe idologisch eingestellter NGO-Vertreter auf die drei erkennbar bestens informierten und motivierten CMP-Autoren Prof. Dr. Ian Cowx (Universität Hull), Dr. Niels Jepsen (DTU Aqua) und Dr. Raymon Van Anrooy (EIFAAC) zu treffen. Fatal scheint uns, dass die Vertretung der EU-Kommission, Generaldirektion Umwelt, dort der für aquatische Biodiversität zuständige Bereich in Übereinstimmung mit der Gruppe der Vogelschützer gegen einen zielgerichteten wirksamen Fischschutz eingestellt ist. Erkennbar ist deren Verantwortung für eine gesunde aquatische Lebensgemeinschaft, Artenschutz, Biodiversität und Grundlagen unserer natürlichen Nahrungsmittel nicht ausgeprägt – im Vergleich zum völlig unbegründeten, überzogenen Schutz der Avifauna.

Angesichts der heute vorliegenden Nachweise über immense, diverse und folgenschwere Fraßschäden des Kormorans – ökologischer und ökonomischer Art – ist dies einfach unfassbar! Wie verantwortungslos sind diese Kräfte?

Wie soll also ein derartiger Plan Politiker, Entscheider, die Öffentlichkeit überzeugen, wie soll dieser CMP die Hürden Europaparlament, Europarat und EU-Kommission nur nehmen?

Alles erinnert an das schon Jahrzehnte lange fatale und vermutlich bislang allesentscheidende Herunterspielen der Kormoranproblematik durch die Europäische Kommission, wie sie bereits Dr. Franz Kohl (†) immer wieder anprangerte, so im März 2013:

Auch die klaren Beschlüsse des Europarlaments vom 12. Dez. 2008, dem 12. Juni 2018 und dem 4. Okt. 2022 sollen wohl erneut einfach missachtet werden! Ist das nicht strafbar?

Wir werden alles tun, dieser Initiative des «European Cormorant Management Plan» (CMP) zu befördern. Hoffnung macht, dass die Vernetzung mit energisch und motiviert arbeitenden Mitstreitern zunimmt: Wenige, aber Deutschland-weit. Das kann insgesamt Früchte tragen. Am 17. Juni 2025 wurden unsere Änderungs-/Ergänzungsbeiträge zum 2. Entwurf des CMP samt vorausgestellter kurzer klarer Kommentierung fristgerecht an EIFAAC übersandt.

Hier noch die Verweise auf drei aktuelle Dokumente dieser CMP-Initiative:

Zu gegebener Zeit werden wir an dieser Stelle auch alle unsere Schreiben und Eingaben zur Initiative veröffentlichen; hier nur ein schon etwa älteres: Schreiben FScKorm an EIFAAC vom 28. Feb. 2025.

 

Erfreulich und überraschend: Abgeordnete des Europaparlaments haben am 2. Juli 2025 einen Offenen Brief an die EU-Kommission gerichtet und mit Bezug auf diese EIFAAC-Initiative ebenfalls ein umgehend wirksames Kormoran-Management eingefordert.