Maßnahmen der EU-Kommission gegen Kormoranprädation – unangemessen – realitätsverweigernd – teuer – wirkungslos – ein Skandal, oder?
Ökologisch und ökonomisch katastrophal: Geplante Maßnahmen der EU-Kommission gegen Kormoranprädation – unangemessen – realitätsverweigernd – teuer – wirkungslos -ein Skandal, oder?
Die vielfältigen und diversen Schäden durch Kormoranprädation quer durch Europa waren noch nie so eindeutig belegt und veröffentlicht worden wie heute, insbesondere durch die umfassenden Arbeiten und Dokumente zum Kormoranmanagementplan der EIFAAC (CMP). Hierzu hatten neben den drei federführenden Autoren zig Praktiker und Wissenschaftler aus mehr als 30 Mitgliedsstaaten beigetragen und zudem noch notwendige ergänzende Beiträge geleistet. Es bedarf keiner weiteren Beweise! EU-Parlamentarier hatten sich eingebracht, auch unser kleiner aber wacher Verein.
Zuletzt hatte sich der Fischereiausschuss des EU-Parlaments damit befasst.
Am 31. März veröffentlichte die EU-Kommission nun ihre hierzu getroffene Maßnahme, nämlich die
„Leitlinien für pragmatische und verhältnismäßige Vorschriften zum Schutz wild lebender Vogelarten“
Hinweis zum Sichten des Werkes: Mit Schritt 1 gelangt man zu einer Pressemitteilung, um dort (Schritt 2) auf guidlines zum Eigentlichen zu gelangen (Schritt 3), dem Draft Commission Notice on the Guidance document on the general system of protection of bird species … In diesem Dokument ab Seite 67 „Annex II: Applying derogations under Article 9 of the Birds Directive in relation to the Great Cormorant“ wird es konkret…
ABER: Das alles hat mit dem nachweislich zwingend erforderlichen, umfassenden und wirksamen Fischschutz vor Kormoranprädation nichts zu tun!
Es lohnt nach unserer Überzeugung nicht, sich überhaupt inhaltlich mit diesem Werk zu befassen.
Die EU-Kommission, federführend die Generaldirektion Umwelt mit Kommissarin Jessika Roswall
- verhält sich angesichts der heute belegten Schadensdimensionen absolut unangemessen und unverantwortlich,
- ignoriert unverändert, stoisch und arrogant,
- die gesamte EIFAAC-Initiative mit dem CMP (wird nicht einmal erwähnt),
- zugleich damit die nachgewiesen diversen und schwersten Schäden,
- einschlägige klare Beschlüsse und Erinnerungen aus dem Europaparlament,
- werkelt mit den neuen Leitlinien im Detail: kompliziert, erkennbar unwirksam in der Praxis, jedenfalls in keiner Weise verhältnismäßig zur Dringlichkeit und dem Zwang, Fischpopulationen endlich effektiv zu schützen, aquatische Biodiversität wieder herzustellen.
Wer stoppt dieses realitätsferne, folgenschwere, unverantwortliche, nur ideologisch zu erklärende Gebaren dieser Verantwortlicher?
Die Kommissionspräsidentin lässt das weiterhin geschehen, scheint der Forderung etwa vom Verband Europêche, sich selbst, persönlich einzubringen und Ideologischem strikt Einhalt zu gebieten, nicht nachzukommen.
Nur kurz zur Erinnerung: Es geht, quer durch Europa, neben Schäden der Fischerei und Freizeitfischerei um diverse gewaltige Effekte für die Biodiversität und die Wasserqualität, hier mit Hebelwirkungen eine Steuerverschwendung im dreistelligen Milliardenbereich über die Europäischen Wasserrahmenrichtlinien – beides angesiedelt in derselben Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission.
Es muss erwartet werden, dass dieses Werk von den in der Sache informierten und engagierten Europa-Abgeordneten als Schlag ins Gesicht empfunden wird, der nicht hinzunehmen ist. Auch die Regierungschefs der zahlreichen betroffenen Mitgliedsstaaten können sich das nicht bieten lassen, so auch der deutsche Bundeskanzler, der noch im März 2024 selbst und persönlich einen feinen, klaren Antrag zum Kormoran im Bundestag eingebracht hatte.
Bis heute fand das hier thematisierte aktuelle Werk der EU-Kommission nach unserer Beobachtung keine Aufmerksamkeit in der Presse oder auf den Web-Seiten der Vertreter von Fischerei und Fischschutz, unverständlich.




