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CMP – Europäisches Kormoranmanagement: Aussprache im EU-Fischereiausschuss – ernüchternd

Aussprache am 17. März 2026 im Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments zu dem CMP, der Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC 

Zwei der drei Autoren des CMP, Dr. Raymon van Anrooy und Prof. Ian G. Cowx trugen selbst vor, anschließend kamen Abgeordnete zu Wort, abschließend Vertreter der EU-Kommission.

Hier der Videostream der Sitzung.

Der Tagesordnungspunkt CMP wurde von etwa 9:57 bis 11:04 behandelt. Durch Anklicken des Kopfhörer-Symbols kann die Übersetzung in Deutsch eingeschaltet werden.

Unbestritten erfreulich ist, dass das Vorhaben des CMP überhaupt weitergeht, also nicht, wie von den Umweltverbänden seinerzeit gefordert, ganz gestoppt worden ist.

Zu dem Videostream werden hier ein paar Wortmeldungen aus dem Auditorium zur Kenntnisnahme empfohlen, über Zeitmarken identifiziert; zahlreiche weitere sind es ebenfalls wert, betrachtet zu werden.

  • 9:59:10 bis 10:13:05 van Anrooy, EIFAAC: Vorstellung des Rahmenplans
  • 10:16:00 I. Le. Callennec, Frankreich
  • 10:21:40 E. Wiesner, Schweden: volle Zustimmung
  • 10:31:30 B.J. Ruissen, Niederlande: Zustimmung, dringendes Handeln ist geboten
  • 10:33:55 N. Junco Garcia, Spanien: Zustimmung; Biodiversität in Spanien in Gefahr, „Biologische Wüste im Süden Europas“

Eine Reihe Abgeordneter ist sich der Schwere des Problems, der Tragweite und auch der Dringlichkeit also sehr wohl bewusst.

Aber:

Es bleibt dabei, dass die EIFAAC bei ihrer Initiative weiterhin offensichtlich eine diplomatische und einvernehmliche Lösung mit den Vogelschützern anstrebt: Trotz der mit dem CMP festgestellten diversen und schweren Fraßschäden lässt man sich offensichtlich darauf ein. Mit Projektschritten, zunächst bestehende Datenlücken zu schließen, vorab verlässliche Bestandszahlen für den Kormoran zu erhalten, seine Migration zu erforschen, Beringen, etc. wird erneut auf Zeit gespielt! Weitere Jahre werden so ohne effektiven Fischschutz  vergehen – unverantwortlich.

Auch die unverändert starre Haltung der EU-Kommission hat Bestand, wie ihre Stellungnahmen erkennen lassen (ab 10:46 DG Mare, ab 10:48 DG Env).

Die Advokaten der Fischschutzseite R. van Anrooy und I. Cowx lassen das leider zu, halten nicht wirklich gegen; auch aus den Reihen der anwesenden EU-Abgeordneten gibt es keine direkte Gegenrede, hatte das EU-Parlament die EU-Kommission doch mehrfach zum resoluten Handeln aufgefordert etwa „…calls on the Commission to work together with the Member States to take measures to drastically reduce cormorant populations by all means…” (2018).

Überhaupt ist eine Wirkung  unserer Schreiben an die engagierten EU-Parlamentarierer, die Hintergrundinformationen und Appelle enthielten, bisher nicht erkennbar. Ebenso dringen die wichtigen Aspekte des Fischereidachverbands Europêche mit dem Schreiben „Call for urgent EU action on cormorant management to address severe ecological and economic damage“ vom 17.10.2025 an Frau von der Leyen (noch) nicht durch.

So wird das nichts: Ohne Nachzuschärfen wird dieser Kormoranmanagementplan der EIFAAC ein Papiertiger, also jahrelang unwirksam bleiben. Die EU-Kommission wird immer noch, unverantwortlich, arrogant und ignorant, offensichtlich ideologisch dominiert, kleinreden, wegschauen, nachgewiesene schwerste und diverse Schäden weiterhin in Kauf nehmend.

 

Lassen Sie uns hier abschließend erneut – unsere Web-Seiten und veröffentlichte Schreiben sind voll davon – Entscheidendes auflisten, was in dieser Aussprache nicht oder nicht mit dem nötigen Nachdruck thematisiert wurde:

* Die Zerstörung der aquatischen Biodiversität durch Kormoranfraß vielerorts. Van Anrooy sprach das zwar an, aber eher nebenbei, nicht mit einer angemessenen Betonung.

* Die Größenordnung der ökonomischen Schäden:  Man blieb bei einer Schadenssumme von etwa 350 MEUR und unterschlug den Ausschussmitgliedern damit den enormen und fatalen indirekten Effekt über das Verfehlen der Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) in dreistelliger Milliardenhöhe.

* Die Notwendigkeit, umgehend einen Fast Track zu implementieren – mit zumindest exemplarischen Sofortmaßnahmen, repräsentativ und hochwirksam

* Forderung von repräsentativen 100%-geschützte Kormoran-freie-Zonen als Trittsteine für die existentiell gefährdete Fischfauna, gut sichtbar für jedermann

* Von grundsätzlicher, alles entscheidender Bedeutung ist – wenn es auch nicht auf die Plattform eines politischen Ausschusses gehört – das rigorose Unterbinden ideologisches Argumentierens und Handeln zugunsten eines wissenschaftsbasierten und zugleich pragmatischen Wegs. Das muss in der EU-Kommission in der Kormoranfrage zwingend zur Chefsache werden!

Appelle/Bitten an Europaabgeordnete zur Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC

Die Kormoranmanagement-Initiative der EIFACC – Appelle/Bitten an 10 engagierte Europaabgeordnete

Wie mehrfach berichtet , ist die Initiative «European Cormorant Management Plan» (CMP) der EIFAAC (European Inland Fisheries and Aquaculture Advisory Commission) eine sehr gute Ausgangsbasis, um tatsächlich und zeitnah den längst überfälligen effektiven Fischschutz vor Kormoranfraß in Europa zu etablieren. Auch die Widerstände diverser NGOs (Non Government Organisations) und vor allem aber die erkennbar weiterhin ideologische Haltung der EU-Kommission sind auf diesen Web-Seiten aufgezeigt und hinreichend kommentiert worden.

Dieser Beitrag informiert über aktuelle Schritte unseres Vereins, dem CMP zum Durchbruch zu verhelfen.

Das Europaparlament (EP) hatte von der EU-Kommission bereits mehrfach unmissverständlich wirksame Maßnahmen gegen Kormoranfraßschäden gefordert, bislang vergebens. Im Juni 2025 ergriffen mit Blick auf den CMP-Entwurf der EIFAAC erneut zehn Europaabgeordnete die Initiative mit einem Offenen Brief an die EU-Kommission.

Auf diesen Abgeordneten ruhen nun die Hoffnungen.

Unter engem Bezug auf das sehr bedeutende Schreiben des europäische Dachverbands Europêche (ASSOCIATION OF NATIONAL ORGANISATIONS OF FISHING ENTERPRISES IN THE EU) an die Präsidentin der EU-Kommission Frau von der Leyen von Oktober 2025 appellierte der Verein Fischschutz contra Kormoran e.V. an diese engagierten Abgeordneten.

Hier ist dieses Schreiben vom 24. Januar 2026.

Es wird insbesondere deutlich gemacht, dass die erkennbar ideologisch getriebenen Akteure einiger NGOs, vor allem aber auch solche innerhalb der EU-Kommission selbst, mit ihrem unverantwortlichen Handeln zwingend rigoros gestoppt werden müssen! Das hatte bereits Europêche so klar wie noch nie gefordert und deshalb zugleich Frau von der Leyen aufgefordert, den CMP diesbezüglich zur Chefsache zu machen – angesichts der Schadensdimension.

 

Bereite kurz darauf war es unerlässlich, diese zehn zu dem Kormoranskandal engagierten Europaabgeordneten erneut anzuschreiben, da

1. im Februar wurde ein Briefing „Impact of cormorant predation on EU fisheries and aquaculture“ des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments(EPRS) veröffentlicht, erstellt im Auftrag der Fischerei-Kommission des EPs. Dieses im Grundsatz gute Papier musste zwingend kommentiert und mit wenigen, aber gewichtigen Korrekturen/Ergänzungen versehen werden;

2. uns zugleich  eine Kopie der Antwort der EU-Kommission auf das wirklich bedeutende Schreiben von Europêche erreichte – eine Antwort nach vier Monaten! Wir kommentierten den Europaabgeordneten diese Antwort im Zuge dieses 2. Schreibens , auch wenn das selbstverständlich primär Sache von Europêche selbst ist.

Schon der zweite Satz der Antwort offenbart die unveränderte, unverantwortliche, unangemessene sowie folgenschwere Position der EU-Kommission:

“The Commission fully acknowledges the challenges posed by the increasing populations of Great Cormorant in specific regions, which have led to conflicts with commercial fisheries, aquaculture, and recreational angling.”

Mit anderen Worten besagt das, dass die EU-Kommission weiterhin ignorant und arrogant

  • die ganze Dimension des EIFAAC Cormorant Management Plan (CMP) samt der wichtigen konkreten Ergänzungen von Europêche ignoriert und
  • die zweifelsfrei dokumentierten durch den Kormoran verursachten diversen und schweren Prädationsschäden an natürlichen Fischpopulationen und aquatischen Ökosystemen quer durch Europa sowie
  • den finanziell enormen Seiteneffekt durch das Verfehlen der Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien – europaweit in dreistelliger Milliardenhöhe – gar nicht erst zur Kenntnis nimmt.

Die hier offenbarte Einstellung der Kommission lässt schon erwarten, wie begrenzt und harmlos die von diesen Herrschaften vorgesehenen Maßnahmen sein würden, den Prädationsdruck des Kormorans zu mildern. Es lohnt sich tatsächlich nicht, sich mit den hier von der Kommission aufgelisteten Maßnahmen überhaupt zu beschäftigen.

Offensichtlich wurde diese Antwort der EU-Kommission in der DG ENV (Generaldirektion Umwelt) verfasst, ohne die dort auch angesiedelten Vertreter des Fischschutzes und die Verantwortlichen für die Wasserrahmenrichtlinien einzubinden!

Das Schreiben offenbart leider wieder sehr deutlich, wie unverantwortlich die EU-Kommission aus nicht nachvollziehbaren – wohl rein ideologischen Gründen – mit grundlegenden, unbestreitbar sehr wichtigen, allgemein anerkannten Zielen, nämlich intakter aquatischer Ökosystemen, Biodiversität und zugleich mit Nahrungsmittelsicherheit und -autonomie und nicht zuletzt Arbeitsplätzen umgeht.

Diese Ignoranz führt im Übrigen zudem unmittelbar zu Verletzungen eigener europäischer Richtlinien und zum Verfehlen selbstgesteckter Ziele.

 

Dieser 2. Brief an diese Abgeordneten des Europaparlaments vom 3. März 2026 wurde vom Verband Hessischer Fischer e.V. mitgezeichnet, weil deren Experten beim Verfassen entscheidend beitrugen. Es ist übrigens sehr empfehlenswert, den ganzen Brief zu lesen, KI ermöglicht bei Bedarf leicht eine gute Übersetzung in die Deutsche Sprache.